Im Alter zieht sich die Hartz IV Schlinge zu

Im Alter zieht sich die Hartz IV Schlinge zu

Anstieg älterer ArbeitsloserAb 50 wird es eng, sehr eng – zumindest wenn man die offiziellen Zahlen der Agentur für Arbeit der Hartz IV Leistungsbezieher nach Personengruppen und Alter selektiert betrachtet.

Während die Anzahl der gesamten Hartz IV Bezieher sinkt, steigt der Anteil der über 50-Jährigen konstant. So ist der Anteil dieser Altersgruppe in den vergangenen fünf Jahren um über 24 Prozent gestiegen. Besonders kritisch ist der Zuwachs bei den 58-65 jährigen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, hier ist ein Anstieg um über 51 Prozent seit 2007 zu verzeichnen. Wer mit über 50 in die Fänge von Hartz IV gerät, hat kaum noch Aussicht darauf, diesen zu entkommen. 

Für diese Statistiken wurden die Zahlen der BA für den Zeitraum September 2007 bis November 2012 ausgewertet. Lag der Anteil der über 50-Jährigen mit 1.160.111 im Verhältnis zu 5.185.159 aller Leistungsbezieher bei  22,37 Prozent im September 2007, so beträgt dieser im November des vergangenen Jahres schon 27,82 Prozent (1.210.585 von 4.352.255 Hartz IV Empfängern). Verhältnismäßig dazu ist der Anteil der über 58-Jährigen noch kritischer. Lag der Anteil in 2007 noch mit 378.953 Leistungsbeziehern bei 7,31 Prozent, sind es in 2012 schon 11,06 Prozent bzw. 481.277, die auf Hartz IV Leistungen angewiesen gewesen sind.

Verlauf der letzten JahreAnteil Hartz 4

Deutlich wird in der Statistik, dass die Gruppe der unter 25 Jährigen sowie die größte Gruppe (25 – 50 Jahre mit einem Anteil von über 50 Prozent), die gleichzeitig die Mitte bildet, einen Abwärtstrend aufweist. Dennoch ist der Anstieg der „älteren“ Hartz IV Empfänger überproportional zum Abwärtstrend der Jüngeren. Dies lässt die Schlüsse zu, dass es bei Älteren kaum noch möglich ist, sich aus dem Hartz IV Bezug zu befreien. Gleichzeitig wird die Langzeitarbeitslosigkeit sehr deutlich, da viele Hartz IV Empfänger von einer Altersgruppe in die andere rutschen.

Dabei können die Gründe vielfältiger Natur sein. Einer davon sind mit Sicherheit die schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Weitere Gründe, wie bereits mit der Studie des IfD herausgefunden, sind Krankheiten und Demotivation durch Perspektivlosigkeit. Gerade Menschen im fortgeschrittenen Alter sind durch ihre Langzeitarbeitslosigkeit so durch die Strapazen der vergeblichen Arbeitssuche sowie Auseinandersetzungen mit den Jobcentern entmutigt, dass sie nur noch auf die Rente warten.

Dieser allgemeine Trend ist erschreckend, denn auch nach Erreichen des Rentenalters sind die Menschen nicht besser gestellt und weiterhin auf staatliche Hilfe angewiesen, da ihre Rente nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Bildnachweis: Oleg Golovnev/ bigstockphoto.com

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