Hartz IV Empfänger zahlen über 30 Prozent für Strom drauf

Hartz IV Empfänger zahlen über 30 Prozent für Strom drauf

stromkostenhartz4Die Preiserhöhungen der Stromanbieter machen insbesondere Arbeitslosengeld II Empfängern zu schaffen, die die Energiekosten in der Regel aus dem Regebedarf bestreiten müssen. Während die Strompreise mit dem Jahreswechsel um bis zu 13 Prozent gestiegen sind, ist der Hartz IV Eck-Regelsatz lediglich um 8 Euro von 374 auf 382 Euro (2,14 Prozent) angehoben worden. In diesem Regelsatz sind 8,36 Prozent  für Wohnung und Energie vorgesehen, was bedeutet, dass monatlich 31,94 Euro hierfür aufgewendet werden können.

Eine Analyse des Vergleichsportals check24 hat ergeben, dass Hartz IV im bundesdeutschen Durchschnitt ca. 31 Prozent an Differenz zwischen dem Anteil im Regelsatz und den tatsächlichen Kosten draufzahlen müssen. Dabei gibt es unter den Bundesländern recht große Unterschiede, was zum Teil auch von den Versorgern abhängt, dennoch ist der Anteil in keinem Land kostendeckend.

Am tiefsten müssen Leistungsempfänger in Thüringen in die Tasche greifen. Hier liegt die Differenz zwischen Stromanteil im Regelsatz und durchschnittlicher Grundversorgung bei 38 Prozent (12 Euro monatlich), was eine jährliche Mehrbelastung von 144 Euro ergeben würde. Am anderen Ende der Fahnenstange steht Bremen, mit einer monatlichen Mehrbelastung eines Single-Haushalts von durchschnittlich 6,65 Euro, die mit einem Fünftel bzw. 21 Prozent über dem Regelsatzanteil liegt.

Regionale Unterschiede

Betrachtet man die Republik in Ost und West, so werden preisliche Unterschiede deutlich. In den neuen Bundesländern müssen durchschnittlich für einen Einzelhaushalt 11,06 Euro monatlich über dem Regelsatzanteil zu den Strompreisen dazugezahlt werden, was einem Eigenanteil von gut 35 Prozent entspricht. Im Westen der Republik monatlich 9,37 Euro, also 30 Prozent aus dem Regelsatz extra.

Das tragische ist, dass der Strom im Ostdeutschland teurer ist, und das obwohl es hier statistisch mehr Leistungsempfänger gibt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung 10,5 Prozent. Der Anteil an Hartz IV Empfängern in den alten Bundesländern liegt bei 6,2 Prozent. Im Bundesdurchschnitt bei 7,50 Prozent, wobei die Spitzen (Berlin: 16,30 Prozent und Bayern: 3,30 Prozent) sehr weit auseinander liegen (Statistik).

Mehrbedarf für dezentrale Warmwasseraufbereitung ebenfalls nicht ausreichend

Leistungsempfänger, die ihr Warmwasser dezentral erzeugen, also beispielsweise mit strombetriebenen Warmwasserboilern oder Durchlauferhitzern, haben einen Anspruch auf den zusätzlichen Mehrbedarf für Warmwasser. Allerdings deckt dieser Zuschlag auch ebenfalls nicht die Kosten, die durch die Geräte entstehen. Lesen Sie hierzu einen gesonderten Artikel: Hartz IV Mehrbedarf für Warmwasser unrealistisch.

Regelbedarf anhand des Verbraucherpreisindex (VPI)Regelbedarf zieht an der Realität vorbei

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres haben wir berichtet, dass der Regelsatz nicht den aktuellen Preissteigerungen entspricht. Einen Vergleich zum Verlauf des Regelsatzes ab 2005 bis 2013 in Anlehnung an den Verbraucherpreisindex finden Sie im folgenden Artikel: Regelbedarf zieht an der Realität vorbei

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