30 Stunden Woche gegen Massenarbeitslosigkeit gefordert

30 Stunden Woche gegen Massenarbeitslosigkeit gefordert

Arbeitszeit - 30-Stunden-WocheMit einem offenen Brief wandte sich ein Zusammenschluss aus über 100 Wissenschaftlern, Politiker und Gewerkschaftlern an die Regierung, Arbeitgeberverbände und Kirchen des Landes, mit dem Vorstoß, durch die Einführung einer kollektiven 30-Stunden-Woche der Massenarbeitslosigkeit Halt zu gebieten – bei vollem Lohnausgleich. Im Gegensatz dazu solle man auf Lohnerhöhungen aufgrund Produktivitätssteigerung verzichten. „Notwendig ist eine faire Verteilung der Arbeit durch eine kollektive Arbeitszeitverkürzung“, heißt es in diesem Papier. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit herrsche ein Überangebot an Arbeitskräften, welches die Löhne nach unten drückt.

Arbeitslosenzahlen Januar 2013

Im Januar lag die von der BA herausgegebene Arbeitslosenquote bei 7,4 Prozent, mit 3.138.000 Arbeitslosen. Real, bereinigt um Maßnahmen, dürfte diese nahezu doppelt so hoch sein. Insgesamt waren im vergangenen Monat 4.375.199 Bedürftige auf Hartz IV angewiesen und 1,68 Millionen bezogen Sozialgeld. Im Gegensatz dazu waren über 400.000 offene Stellen gemeldet.

Die Anhebung der Minijob-Grenze auf 450 Euro wird auch nicht für mehr Arbeitsplätze sorgen, im Gegenteil, sie sorgt für mehr Hartz IV Aufstocker.

Arbeitgeberverbände weisen Vorschlag zurück

Nach Ansicht der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände ist der Vorschlag einer kollektiven  30-Stunden-Woche nicht realisierbar. Die Verbände sehen dabei folgende Risiken:

  • Lohnstückkosten würden drastisch steigen
  • bestehender Fachkräftemangel wird erheblich verschärft
  • Schwächung der deutschen Wettbewerbsposition

Nach dem Vorschlag der Initiatoren des Vorhabens soll sich die Verkürzung der Arbeitszeit auf mehrere Jahre erstrecken. Aktuell gibt es in der Bundesrepublik über 3 Millionen Teilzeitbeschäftigte, denen die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche von 14,7 Stunden nicht ausreicht.

Heinz-Josef Bontrup, Wirtschaftsrecht-Professor an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen ist ein Unterstützer der 30 Stunden Woche. Seiner Ansicht nach müssten die Gewerkschaften konzentrierte Kampagnen für dieses Vorhaben starten. Andererseits scheinen diese zu denken, dass Arbeitnehmer keine Arbeitszeitverkürzung wünschen, weshalb auch dieses Thema nicht ausgiebig politisch diskutiert wird.

Wie ist Ihre Meinung zu einer 30-Stunden-Woche und wo sehen Sie Vor- bzw. Nachteile?

Offener Brief an die Vorstände der Gewerkschaften, Parteien, Sozial. und Umweltverbände und Kirchenleitungen in Deutschland mit der Bitte „dem Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit höchste wirtschaftliche und politische, soziale und humanitäre Priorität einzuräumen“

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (noch keine Bewertungen)
Loading...