Jobcenter sparen an Hartz IV Empfängern

Jobcenter sparen an Hartz IV Empfängern

Über die „effektive“ Arbeitsweise der Jobcenter kann sich Finanzminister Wolfgang Schäuble nur freuen. Von den gut 2,6 Milliarden Euro Budget der Jobcenter wurden 260 Millionen im vergangenen Jahr nicht für Hartz IV Empfänger zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt eingesetzt und wanderten wieder zurück in den Bundeshaushalt.

Auch die Arbeitsagenturen mit Zuständigkeit für das Arbeitslosengeld I und damit für Kurzzeit Arbeitslose konnten ordentliche Einsparungen vorweisen und haben zum Jahresende 2012 noch 630 Millionen im Sparstrumpf übrig, von einem Gesamtbudget von 2,78 Milliarden Euro.

Vergleicht man die Jahre 2011 und 2012, so wird deutlich, dass sich die Ausgaben für Weiterbildung, Ein-Euro-Jobs und weitere Eingliederungsmaßnahmen etc. halbiert haben. Während in 2012 in die Förderung von Arbeitslosen 446 Millionen Euro investiert wurden, war dieser Posten in 2011 noch doppelt so hoch.

Zwei-Klassen-Arbeitsmarktpolitik

Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, war der Bundesregierung vor, in der Vermittlung von Arbeitslosen mit zweierlei Maß zu messen. Energie wird nur in die leicht Vermittelbaren gesteckt und Langzeitarbeitslose Hartz IV Empfänger bleiben auf der Strecke. Seiner Ansicht nach sind Hunderttausende betroffen.

Arbeitsagentur verteidigt Einsparungen

Von Seiten der Arbeitsagentur wird berichtet, dass man die Qualität der Arbeitsvermittlung nicht an den finanziellen Ausgaben bemessen darf.Schließlich war auch in 2012 der Arbeitsmarkt entspannter und die Arbeitgeber einstellungsfreudiger, so dass Arbeitslose wie auch Langzeitarbeitslose oder zusätzlichen finanziellen Aufwand in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden konnten. Statistisch gesehen hätte man nahezu gleiche Erfolgswerte wie in 2011, jedoch mit weniger Investment, so eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit.

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