Paritätischer Verband fordert Sofortprogramm gegen Armut

Paritätischer Verband fordert Sofortprogramm gegen Armut

Wie aus dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervorgeht geht, ist die Armutsgefährdungsquote in den letzten Jahren drastisch angestiegen – die aktuellen Aussichten stehen im Gegensatz zum Entwurf des Armutsberichts der Bundesregierung.

Jeder Siebte armutsgefährdet

Mit 15,1 Prozent befinde sich die Armutsgefährdungsquote auf dem Höchststand seit der Wiedervereinigung, was bedeutet, dass durchschnittlich jeder Siebte von Armut betroffen ist. Als armutsgefährdet gilt, dessen Einkommen 60 Prozent des bundesdurchschnittlichen Einkommens nicht erreicht (sog. Einkommensarmut).

Ausgehend vom Mittelwert 2011 mit 15,1 Prozent ziehen Bremen als westdeutscher Debütant mit 22,3 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern mit 22,2 und Berlin mit 21,1 Prozent die Quote nach oben, während Baden-Württemberg mit 11,2 und Bayern mit 11,3 Prozent am anderen Ende der Skala liegen.

Der Ansteig der Quote scheint im Moment unvermeidlich, wenn man betrachtet, dass der Löwenanteil an ihr von Alleinerziehenden (ca. 40 Prozent) und Arbeitslosen (ca. 70 Prozent) gebildet wird. Zwar schreibt die Bundesregierung in ihrem Armutsbericht von einer Konstante, aber damit ist wohl „konstant nach oben“ gemeint.

Betrachtet man die letzten Jahre, so ist auch zu vernehmen, dass besonders im Alter das Armutsrisiko steigt. Die Altersarmut kann also nahezu jeden treffen und das sollte man sich vergegenwärtigen. Während im Jahr 2005 noch 12,7 Prozent der Frauen und 8,7 Prozent der Männer über 65 von Armut betroffen waren, liegen diese Werte für 2011 bei 15 bzw. 11 Prozent bei den Männern – Tendenz steigend.

Anstieg um ein Drittel

Zum Teil ist die Armutsgefährdungsquote ab 2005 um 20 bis 25 Prozent gestiegen. Im Ruhrgebiet, beispielsweise Duisburg sei sogar ein Anstieg von über 34 Prozent zu verzeichnen.

Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert Sofortprogramm

Um dieser katastrophalen Entwicklung entgegen zu wirken, fordert der Paritätische Verband ein armutspolitisches Sofortprogramm. Hierunter fallen Mindestlöhne sowie Mindestrenten, ein Mindestarbeitslosengeld I sowie der Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigung und ebenso die Erhöhung der Hartz IV Regelbedarfe und damit einhergehende Reformierung des Wohngeldes.

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