Hartz IV Empfänger bekommen Schrittzähler

Zugegeben – in einigen Jobcentern scheint es an Kreativität nicht zu fehlen. Das Jobcenter Brandenburg an der Havel ist jetzt auf eine besondere Idee gekommen. Man hat an 18 Hartz IV Bezieher Schrittzähler verteilt. Und erklärt sie zu Gipfelstürmern. Das Ziel: Die Langzeitarbeitslosen sollen in den kommenden 40 Tagen 8.848 Meter zurücklegen – einmal die Höhe des Mount Everest.

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Eingeteilt in 2 Teams, sollen die 18 Hartz IV Bezieher in einem sportlichen Wettkampf gegeneinander antreten. Welches der beiden Teams zuerst die Höhe des höchsten Berges der Erde erlaufen hat, wird zum Sieger gekürt. Wie die Teamleiterin Marina Haferkorn erklärt, sollen die Teilnehmer hierzu ihre zurückgelegte Strecke jeden Tag auf einer Internetseite eintragen.

Die Bergerklimmung endet am 11. Januar des kommenden Jahres. Das beste Team sowie den besten Läufer will das Jobcenter mit Preisen belohnen – welche diese allerdings sind, verriet Steffen Osbeck, der Projektleiter des Jobcenters, nicht.

Zweck der Aktion eher zweifelhaft

Das Jobcenter Brandenburg an der Havel hat die Aktion natürlich nicht aus Langeweile gestartet. Man will damit speziell die Altersgruppe über 50 Jahre zu mehr Bewegung anregen. Denn wie Betroffene würden immer wieder über gesundheitliche Probleme und damit verbundene Schwierigkeiten bei der Arbeitssucht klagen.

Ob sich diese Situation allerdings nur mithilfe solcher Einzelaktionen ändern lässt, darf bezweifelt werden. Es ist schließlich nicht nur der Mangel an Sport, welcher für Langzeitarbeitslose zum Problem wird. Hohe Kosten für Zuzahlungen usw. machen den Gang zum Arzt und eine gesunde Lebensweise schwierig.

Was die Gesundheit anbelangt, hatte sich auch das Jobcenter Nienburg mit Nichtraucherkursen einen Namen gemacht, zu dem Sie Hartz IV Bezieher per Sanktion gezwungen haben.

Darüber hinaus werfen Kritiker der Aktion vor, sie würde Langzeitarbeitslose in einem schlechten Licht darstellen. Sabine Bangert von den Grünen kritisiert: „Die Aktion ist zynisch und suggeriert, Erwerbslose laufen nicht genug“.