Jobcenter zwingt mit Sanktionen zu Nichtraucherkursen

Jobcenter zwingt mit Sanktionen zu Nichtraucherkursen
Zigarette in Aschenbecher

Jobcenter wollen Hartz IV Bezieher per Zwang und Sanktionen zu Nichtraucherkursen zwingen

Fordern und fördern – der Grundsatz hinter Hartz IV zielt eigentlich darauf ab, Erwerbslose wieder in Beschäftigungen zu bringen. Im Jobcenter Nienburg scheint man den Anspruch allerdings auf alle Lebensbereiche und vor allem die Gesundheit der Leistungsbezieher auszudehnen. Berichten zufolge forderte das Jobcenter im September dieses Jahres schriftlich dazu auf, an einer Veranstaltung zum Thema Raucherentwöhnung teilzunehmen.

Nichtraucher per Zwang?

Betitelt mit der Überschrift Informationsveranstaltung, beließ das Jobcenter es nicht mit einem freiwilligen Aufruf an alle Interessierten, die gesünder leben wollen, sondern zog die Daumenschrauben fester an.

Im Schreiben an die Leistungsbezieher drohte man damit, beim Versäumnis des anberaumten Termins zu der Informationsveranstaltung, die Leistungen zu kürzen. Wer nicht erschien, den konfrontierte man mit einer 10-prozentigen Kürzung über drei Monate – sofern Betroffene ohne wichtigen Grund der Veranstaltung fernblieben.

Grundsätzlich ist eine gesunde Lebensweise ohne Rauchen zwar sicher lobenswert. Ob sich allerdings Hartz IV Bezieher mit Zwang zu einem Leben ohne Glimmstängel bekehren lassen, ist fraglich. Denn um wirklich dauerhaft ohne Rauchen zu leben, kommt es in erster Linie auf die Einstellung an – und nicht die Androhung von Sanktionen und Leistungskürzungen. Zumal die Raucherentwöhnung nur wenig mit Kursen für bessere Berufsperspektive zu tun hat.

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