Zahl der Hartz IV Bezieher sinkt – Altersarmut steigt

Zahl der Hartz IV Bezieher sinkt – Altersarmut steigt

Die Zahl der Bezieher von Hartz IV Leistungen ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Hervor geht dies aus Zahlen, veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Demnach ist insgesamt ein rückläufiger Trend im Bereich der Mindestsicherungsleistungen zu erkennen.

Seit der ersten Aufzeichnung der Daten im Jahr 2006 hat 2011 den niedrigsten Stand erreicht, es waren zum 31. Dezember 2011 etwa 7,3 Mio. Personen auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen. Dazu gehören neben Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bzw. Sozialgeld auch die Grundsicherung und Sozialhilfe nach dem SGB XII sowie Asylbewerberleistungen und die Kriegsopferfürsorge.

Von diesen 7,3 Millionen sind es 6,1 Millionen Hartz IV bzw. Sozialgeld Empfänger, wobei die Zahl seit den ersten statistischen Auswertungen in 2006 um 16 Prozent in 2011 gesunken ist.

Betrachtet für die einzelnen Bundesländer kann sich besonders Mecklenburg-Vorpommern durch einen positiven Trend hervorheben. Hier fiel im Beobachtungszeitraum die Quote der Empfänger von Mindestsicherungsleistungen um 23,1 Prozent. Wo im Jahr 2006 noch 18 Prozent auf die Grundsicherungsleistungen angewiesen waren, liegt dieser Wert im vergangenen Jahr nur noch bei 14 Prozent.

Weniger Grund zur Freude hat dagegen Berlin. Obwohl auch hier die Quote sank, ist die Hauptstadt mit 18,9 Prozent nach wie vor Spitzenreiter. Zum Jahresende waren hier 661.005 Personen auf die Mindestsicherung angewiesen.

Fast jeder fünfte Einwohner der Hauptstadt ist damit in irgendeiner Weise für die Sicherung des Lebensunterhalts auf staatliche Unterstützung angewiesen. Zum Vergleich: In Bayern, dem Schlusslicht der Statistik, ist nur jeder 23. Einwohner (4,3 Prozent) auf die Mindestsicherungsleistungen angewiesen.

Ist der niedrigste Stand bei den Hartz IV Beziehern erfreulich, zeigt die Statistik aber auch besorgniserregende Entwicklungen. Grundsicherung im Alter und Sozialhilfe haben im Beobachtungszeitraum 2006 bis 2011 um 24,7 Prozent zugelegt, was zeigt, dass die sogenannte Altersarmut voranschreitet.

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