Viele Kleinkinder in Hartz IV Familien – Armutsrisiko Großstadt

Viele Kleinkinder in Hartz IV Familien – Armutsrisiko Großstadt

Berlin und Gelsenkirchen – zwei deutsche Städte mit großen Unterschieden, aber auch einer traurigen Gemeinsamkeit. In der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zur Kinderarmut der unter 3-Jährigen gehören beide zu den negativen Spitzenreitern. Definiert als Kinder, die in Hartz IV Familien leben, sind in der bundesdeutschen Hauptstadt 34,3 Prozent der Kleinkinder davon betroffen. In Gelsenkirchen ist die Quote noch höher, sie liegt hier bei 40,5 Prozent. Damit ist die Stadt im Ruhrgebiet trauriger deutscher Spitzenreiter.

Neue Bundesländer heben sich negativ ab

Insgesamt ist das Armutsrisiko aber gesunken. Betrachtet man den Durchschnitt der einzelnen Bundesländer, so senken etwa Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Quote erheblich – Bayern als Spitzenreiter mit 8,7 Prozent (Bayern). Leider ist die Entwicklung nicht überall so positiv. Gerade in den neuen Bundesländern ist der Abstand zu den alten Bundesländern nach wie vor groß.

Mit 22,5 Prozent ist das Armutsrisiko für Kleinkinder in Thüringen 2,5-fach so hoch wie in Bayern. Insgesamt liegt die Quote der in Hartz IV Familien lebenden Kleinkinder mit 18,2 Prozent im vergangenen Jahr aber erfreulich niedrig ausgefallen. Gegenüber 2008 entspricht dies einem Rückgang von mehr als 14 Prozent.

Ein Drittel Kinderarmut in Großstädten

Dennoch bleiben in Bezug auf die Armutsproblematik vor allem Großstädte ein Brennpunkt. Hier wachsen teilweise mehr als doppelt so viele Kleinkinder in von Grundsicherung geprägten Einkommensverhältnissen auf wie im Umland. Als Beispiel nennt die Bertelsmann Stiftung Nürnberg (22,4 Prozent), Mannheim (21,7 Prozent) und Augsburg (18,2 Prozent). Insgesamt gibt es deutschlandweit 14 Großstädte, in denen knapp ein Drittel aller Kinder bis 3 Jahre in Hartz IV Verhältnissen lebt.

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