Sachsen-Anhalt Spitzenreiter bei den Lanhzeitarbeitslosen

Sachsen-Anhalt ist Spitzenreiter, wenn es um den Anteil derer geht, die auf Leistungen der Grundsicherung (Langzeitarbeitslose) angewiesen sind. Laut einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit wird deren Zahl auf 71.000 Personen beider Geschlechter beziffert. So hoch ist zumindest die Zahl jener Betroffenen, die dauerhaft seit 2005 auf Leistungen angewiesen sind. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Leistungsberechtigten, die erwerbsfähig sind, ergibt sich eine Quote von 31,8 Prozent.

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    Ostdeutschland vorne

    Die Statistik der Agentur für Arbeit zeigt auch ein deutliches Ost-West Gefälle. Während der Bundesdurchschnitt bei der Langzeitarbeitslosigkeit bei 25,5 Prozent liegt, bewegen sich die neuen Bundesländer in Richtung der 30 Prozent Marke und bilden einen Wert von 29,1 Prozent und damit 3,6 Prozent über dem Durchschnitt.

    25 Prozent sind Beschäftigte

    Das eigentlich Erschütternde: Eine erhebliche Zahl der Betroffenen ist nicht etwa arbeitslos, sondern geht einer Beschäftigung nach. Den Angaben zufolge beläuft sich deren Anteil auf mehr als 19.000 Betroffene, von denen der Großteil, nämlich 11.200 Leistungsbezieher, ein Einkommen bis zur Grenze von 400 Euro bezieht. Der Rest erreicht Bruttoeinkommen in der Gleitzone (3.100) oder darüber (4.800 Leistungsbezieher mit mehr als 800 Euro brutto).

    Zu den Leistungsbeziehern mit Beschäftigung kommen noch einmal 25 Prozent, die nicht als arbeitslos gelten – etwa wegen Erziehungszeiten oder einer Pflegetätigkeit. Unterm Strich sind also nur 50 Prozent der Leistungsbezieher von Grundsicherung tatsächlich arbeitslos. Zahlen, die nicht nur Rückschlüsse auf die Struktur im Bereich der Hartz IV Bezieher zulassen, sondern zeigen, wie massiv in einigen Regionen prekäre Beschäftigungen um sich greifen. Die Folge ist, dass Betroffene neben ihrer Beschäftigung zum Bittsteller gemacht werden, der ohne staatliche Hilfe den Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann.