Hartz IV Aufstocker – Deutsche Kommunen werden zu Lohndrückern

Hartz IV Aufstocker – Deutsche Kommunen werden zu Lohndrückern

Sogenannte prekäre Beschäftigungen – also Jobs mit hoher sozialer Unsicherheit und niedrigen Einkommen – sind in Deutschland leider für nicht wenige Bürger Realität. In den meisten Fällen wird man damit gewinnorientierte Unternehmen der privaten Wirtschaft in Verbindung bringen, denen es um maximale Gewinnmargen geht. Laut einem aktuellen Bericht der Zeitung „Hamburger Abendblatt“ gehen inzwischen aber auch deutsche Kommunen diesen unrühmlichen Weg.

Statt für sichere und ausreichend gut bezahlte Beschäftigungen einzustehen, fördern dem Bericht nach kommunale Unternehmen in Hamburg prekäre Beschäftigungen – und machen die Beschäftigten zu Aufstockern mit Hartz IV.

Hamburger Unternehmen greifen zu Billiglöhnern

Konkret werden in dem Bericht Saga GWG, Stadtreinigung und die Universität Hamburg genannt. Unternehmen, die zur Stadt Hamburg gehören – und die Tochtergesellschaften gründen, aus denen sich ein Heer an Beschäftigten speist, die in den städtischen Unternehmen angestellt sind, gleiche Arbeit wie die Stammbelegschaft verrichten – nur schlechter bezahlt werden.

7,31 Euro statt geforderten 8,50 Euro Mindestlohn

So erhalten einige der Betroffenen gerade einmal 7,31 Euro brutto. Insgesamt wird die Zahl der Betroffenen auf 10.000 geschätzt. Unterm Strich gibt es in der Elbmetropole 35.000 Aufstocker, die zusammen Kosten von 150 Mio. Euro verursachen. Das eigentliche Brisante ist die Tatsache, dass Hamburg derzeit von einem sozialdemokratischen Bürgermeister – Olaf Scholz – regiert wird. Dem Mitglied einer Partei, die sich selbst für einen Mindestlohn von 8,50 Euro stark macht und den Grundsatz „Leistung muss sich lohnen“ zum Credo erhoben hat.

Und es sind in Hamburg nicht nur kommunale Unternehmen, die kritisiert werden – selbst Gesellschaften, in denen die gemeinnützige Arbeit eine Rolle spielt, sollen dem Zeitungsbericht nach zum Modell Tochtergesellschaft und Leiharbeit greifen.

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