Altersvorsorge: Kaum ein Hartz IV Empfänger kann sich das leisten

Altersvorsorge: Kaum ein Hartz IV Empfänger kann sich das leisten

Eine interessante Studie hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus Nürnberg heute veröffentlicht, in der es um die private Altersvorsorge von Hartz IV Empfängern geht. Ein Thema, bei dem gerade in Bezug auf die Altersarmut die Alarmglocken klingeln.

Nur 17 Prozent sorgen privat vor

Aus der Studie geht hervor, dass gerade einmal 17 Prozent der Geringverdiener und Hartz IV Empfänger privat vorsorgen (können). Überwiegend sind dies die sog. Hartz IV Aufstocker, also Erwerbstätige, die zusätzlich zum Einkommen ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen müssen, um über die Runden zu kommen. Geringverdiener ohne aufstockendes Hartz IV machen einen Anteil von 35 Prozent bei der privaten Altersvorsorge aus, der Schnitt bei der Gesamtbevölkerung beläuft sich auf 48 Prozent.

Die Experten des IAB erklären, dass gerade die Geringverdiener ohne Altersvorsorge von Altersarmut betroffen sind. Scheinbar ein Teufelskreis, denn wer aufstockende Sozialleistungen erhält, wird selten etwas für die private Altersvorsorge übrig haben. Schließlich reichen die Leistungen in den meisten Fällen nicht zum leben sondern eher zum überleben, ohne weiteres Einsparpotential. Zu allem Übel wurden in 2011 auch noch die Zuschüsse für Hartz IV Empfänger zu gesetzlichen Rentenversicherung gestrichen.

Im Fokus der privaten Altersvorsorge steht die mit staatlichen Zulagen geförderte Riester Rente, die ein besseres Polster fürs Alter schaffen sollte. Aber selbst hier kann kaum ein Geringverdiener die Auflagen erfüllen, um überhaupt in den Genuss der staatlichen Zuschüsse zu kommen.

Zuschussrente ein Lichtblick?

Die Experten des IAB sehen der aktuell debattierten Zuschussrente positiv entgegen, die in ihren Augen mehr Bürger zur privaten Altersvorsorge bewegen könnte. Gleichzeitig könnte aber die hohe Dauer der Einzahlungen ein KO-Kriterium sein.

Im Großen und Ganzen ist bei Geringverdienern und Hartz IV Beziehern aber nicht das Altersvorsorge-Produkt relevant, um der scheinbar unvermeidlich drohenden Altersarmut zu entrinnen. Fakt ist, wo nichts ist, kann auch nichts eingespart werden. Im Endergebnis bedeutet dies, dass aktuelle Leistungsbezieher bei Erreichen der Regelaltersgrenze auch weiterhin Leistungsbezieher bleiben, da keine Aussicht darauf besteht, sich finanziell aus den Leistungen zu verbessern, wobei wir wieder beim Teufelskreis wären: einmal Hartz IV, immer Hartz IV.

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