Ämter ziehen bei Sanktionen und Sperrzeiten Daumenschrauben an

Ämter ziehen bei Sanktionen und Sperrzeiten Daumenschrauben an

Wer in Deutschland Sozialleistungen bezieht, wird mit einem ganzen Katalog an Pflichten konfrontiert. Eine Tatsache, die manch einer der Betroffenen im ersten Moment vielleicht geneigt ist, auf die leichte Schulter zu nehmen. Allerdings greifen Ämter dann schnell zu Sanktionen. Eine Tatsache, die immer häufiger der Fall zu sein scheint – zumindest in Sachsen. Hier ist nicht nur die Zahl der Sanktionen, die gegenüber Beziehern von Hartz IV verhängt werden, gestiegen. Auch ALG I Empfänger sehen sich damit konfrontiert. Seitens der Partei Die Linke, auf deren Anfrage aktuelle Zahlen zurückgehen, ziehen die Behörden die sozialen Daumenschrauben zunehmend an.

Ämter hielten 2011 13 Mio. Euro zurück

Insgesamt kam es im Freistaat Sachsen im letzten Jahr in 60.000 Fällen zu entsprechenden Strafen – 18,4 Prozent mehr als im Jahr 2007. Unterm Strich standen damit 13 Mio. Euro an Leistungen, die man seitens der verantwortlichen Behörden zurückbehielt. Dass dabei vor allem Meldeversäumnisse die Hauptrolle übernehmen, deckt sich mit der bundesdeutschen Entwicklung.

Aber nicht nur Hartz IV Bezieher mussten in der Vergangenheit eine Zunahme der Sanktionen erleben – auch gegenüber den ALG I Beziehern greifen Ämter in stärkerem Umfang zu Sperrzeiten. Hier liegt die Steigerung gegenüber dem Jahr 2006 sogar bei 82 Prozent. Aus Sicht der Linkspartei ein klares Signal, dass den Betroffenen ein zunehmend rauer werdender Wind entgegenweht. Denn betrachtet man etwa allein die Entwicklung für die Zahl der Sanktionen für Hartz IV Bezieher, ist der Trend eindeutig – es werden zunehmend weniger. Es liegt damit also durchaus der Verdacht nahe, dass die Behörden seit einiger Zeit stärker durchgreifen.

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