Stadt schickte Langzeitarbeitslose in Minenfeld

Stadt schickte Langzeitarbeitslose in Minenfeld

Hartz IV Bezieher müssen nicht nur ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen, sie haben sich in der Regel auch um einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu bemühen bzw. für entsprechende Maßnahmen bereitzuhalten. Die Stadt Plauen hat im Fall von neun Langzeitarbeitslosen den Bogen allerdings scheinbar etwas überspannt.

Als 1-Euro-Jobber sollten die Hartz IV Bezieher im Plauener Hammerpark das Unterholz lichten – und damit Platz für den Kampfmittelräumdienst schaffen. Denn in dem Bereich wird Berichten zufolge rund ein Dutzend Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg vermutet. Das Perfide: Wie aus Medienberichten hervorgeht, soll die zuständige Behörde bei einer Weigerung den Betroffenen mit Leistungsentzug gedroht haben.

Jobcenter zeigt Betroffenheit

Dass die neun 1-Euro-Jobber quasi an einem Himmelfahrtskommando teilnahmen, erfuhr das zuständige Jobcenter angeblich erst aus den Medien – wie Geschäftsführerin des Jobcenters Vogtland, Martina Kober, gegenüber der „Chemnitzer Morgenpost“ erklärte. Man habe von der Gefahrenlage in dem betreffenden Areal keine Kenntnis gehabt und die Betroffenen sofort aus dem Hammerpark abgezogen. „Wir schicken keine Arbeitslosen in solch gefährliche Jobs“, so die Geschäftsführerin des Jobcenters weiter.

Einen gewissen unangenehmen Beigeschmack dürfte das Ganze dennoch haben, wirft sie doch ein negatives Licht auf die Maßnahmen und Mittel, zu denen Jobcenter greifen.

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