Arbeitsagentur-Chef Weise für Mindestlohn von 7,50 Euro

Arbeitsagentur-Chef Weise für Mindestlohn von 7,50 Euro

Angesichts der teilweise desaströsen Situation auf dem Arbeitsmarkt werden immer wieder Stimmen nach einem branchenübergreifenden Mindestlohn laut. Dieses Mal kommen diese Rufe aus dem Mund des Chefs der Arbeitsagentur. Der Betroffene Frank-Jürgen Weise fordert demnach den Mindestlohn von 7,50 Euro. Seine Aussagen zum Arbeitsmarkt in 2013 scheinen darüber hinaus durchweg positiv auszufallen.


Warum gerade 7,50 Euro Mindestlohn

Seine Theorie über die Höhe des Mindestlohns legt der BA Chef offen. Ist dieser nämlich zu niedrig, fehlt es an seiner Wirkung, da auch bereits alleinstehende Grundsicherungsleistungsempfänger diesen Wert erzielen. Ein zu hoher Stunden-Mindestlohn kann auf der anderen Seite Arbeitsplätze kosten, es gilt also einen Mittelwert zu finden. Zwar legt der Hartz IV Satz theoretisch bereits einen Mindestlohn fest, praktisch hätte es aber einen psychologischen Effekt, wenn man diesen auch festschreibt.

Massenentlassungen als Einzelfall?

In den vergangenen Monaten mehren sich die Meldungen über die Entlassungen gleich mehrere Angestellten in vielen namhaften Unternehmen der Bundesrepublik. Es scheint System zu haben, Mitarbeiter zu kündigen, um ihnen dann über Tochterunternehmen einen Arbeitsvertrag anzubieten, der deutlich unter dem bisherigen Niveau liegt. Auf die Frage, ob diese aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt bereits die Vorboten für eine weitreichende Krise seien, entgegnet der Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, dass es sich hierbei um bedauerliche Einzelfälle handelt.

Es seien keinerlei Anzeichen eines bevorstehenden konjunkturellen Einbruchs des Arbeitsmarktes in Deutschland. Als positive Nachricht verkündet die Arbeitsagentur die Stagnation der Arbeitslosenzahlen auch im schwachen Winter bei 2,8 Millionen. Man hält sich eine mögliche Revidierung aufgrund neuer Sachlagen jedoch offen.

Niedriglohnsektor als Problem?

Seiner Meinung nach hat sich an der grundlegenden Situation auch mit dem Zuwachs im Niedriglohnsektor nicht viel geändert. So hat sich am Bereich der unbefristeten, tariflich bezahlten und sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nichts getan. Gerade dem Thema der Teilzeit scheint der Chef der Arbeitsagentur positiv eingestellt zu sein. Allerdings differenziert er hier, dass es oftmals von den Betroffenen gewünscht wird, nur auf Basis der Teilzeit arbeiten zu gehen, um sich um die Familie kümmern zu können.

Auf den Einwand hin, dass eine große Gruppe an Personen so wenig Gehalt bezieht, dass der Staat mit zusätzlichen Mitteln nachhelfen muss, sagte Weise, dass es sich hierbei um eine der schlechten Seiten im Niegriglohn-Segment handelt. Da alle im Verbund diesen unvorteilhaften Zustand als Steuerzahler mit tragen, dürfte es wohl im Interesse eines jeden deutschen Bundesbürgers sowie der Politik sein, den Missstand zu beheben. Er brachte jedoch auch den Einwand, dass vor der Umsetzung viele Vorhaben einfach klingen. Wenn dann jedoch die zusätzlichen Auswirkungen betrachtet werden, wird eine zeitnahe Ausführung nur schwer möglich. Auch seitens der Politik arbeitet man jedoch unter Hochdruck an einem Gesetzesentwurf, der für alle Beteiligten von Vorteil ist.

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