Vom Arbeitsplatz direkt in Hartz IV statt Arbeitslosengeld

Von der Beschäftigung leben können – leider für viele Arbeitnehmer schon lange nur noch ein frommer Wunsch. Und geht der Job dann noch verloren, landen viele umgehend beim Jobcenter und beziehen Hartz IV statt Arbeitslosengeld. Dies geht aus einer Untersuchung des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) hervor.

Demnach rutscht bereits heute jeder vierte Erwerbslose umgehend in Hartz IV, entweder weil die Beschäftigung zur kurz ausgeübt wurde oder das Entgelt zu gering ausfiel. Gerade im Niedriglohnsektor treffen Erwerbslose auf die Situation, dass zwar die Beschäftigungszeit ausreichend ist, aber der Verdienst so niedrig, dass mittels Hartz IV aufgestockt werden muss.

HartzIV.org Newsletter - Nichts mehr verpassen!

Hol' Dir jetzt unseren kostenfreien Newsletter und beginne schon mit der ersten Ausgabe, Deinen Wissensstand sofort zu verbessern!

Quote steigt um 18,4 Prozent

Im Vergleich zum Jahr 2007 hat sich die Quote derer, die von genau dieser Situation betroffen sind, um 18,4 Prozent erhöht. Waren es 2007 noch 601.000 Erwerbslose, denen sofort das Schicksal Hartz IV drohte, lag 2011 die Zahl bereits bei 736.000. Und der DGB hält noch eine weitere Zahl bereit – das Verhältnis aus betreuten Arbeitslosen und jenen, die im Hartz IV System landen. Diese machen dem Gewerkschaftsbund zufolge bereits heute 70 Prozent aus.

Für den DGB sind die Kosequenzen einer solchen Entwicklung absehbar – die Arbeitslosenversicherung wird von Hartz IV verdrängt, die Betroffenen werden abgeschoben und landen auf dem Abstellgleis. Denn nach Aussage des Gewerkschaftsbundes sind die Maßnahmen zur Wiedereingliederung im Hartz IV System qualitativ schlechter – wie etwa Förderprogramme. Stattdessen müssen Betroffene, wenn sie sich der Arbeitsaufnahme im Niedriglohnsektor verweigern, mit Sanktionen rechnen. In den Augen des DGB entwickelt sich ein arbeitsmarktpolitisches 2-Klassen-System.