Peter Hartz will Ex-Schlecker-Mitarbeiter vor Hartz IV bewahren

Peter Hartz will Ex-Schlecker-Mitarbeiter vor Hartz IV bewahren

Der Fall der insolventen Drogeriekette schlägt nach wie vor hohe Wellen. Tauchten doch erst kürzlich Vorwürfe gegenüber Anton Schlecker auf, er habe im Angesicht der drohenden Pleite seines Unternehmens Vermögensteile beiseite geschafft, um sie vor der Insolvenz zu retten. Den betroffenen Mitarbeitern, die nach der Pleite auf der Straße stehen, ist damit nicht geholfen, sie müssen nach neuen Wegen in eine Beschäftigung suchen.

Und einer, der ihnen helfen will, ist einem Bericht des „Stern“ zufolge Peter Hartz. Als geistiger Vater für die Arbeitsmarktreformen, besser bekannt als Hartz IV, verantwortlich, will Peter Hartz mit seiner Stiftung „Saarländer helfen Saarländern“ zumindest den Betroffenen im Saarland helfen.

Angestellte zu Unternehmern machen

Das Grundkonzept, auf das der ehemalige Manager beim deutschen Autobauer VW setzt, ist einfach. Aus den ehemaligen Angestellten sollen mit Unterstützung der Stiftung Minipreneure werden. Entlehnt der französischen Bezeichnung für Unternehmer – Entrepreneur – sollen die Ex-Schlecker-Mitarbeiter das Schicksal als „Miniunternehmer“ in die eigenen Hände nehmen. Als positives Beispiel wird das Schicksal von 20 Kursteilnehmern genannt, die man im vergangenen Jahr bereits auf diesen Arbeitsweg vorbereitet hat und von denen 75 Prozent einen neuen Job hätten.

Allerdings kommen – wie andere Berichte zeigen – einige der Ex-Schlecker-Mitarbeiter von selbst auf die Idee, in die Selbständigkeit zu starten. Und so werden einige der alten Schlecker-Filialen  auf etwas ungewohnte Weise wieder aus ihrem Dornrösschenschlaf geweckt – auch ohne die Initiative der Stiftung von Peter Hartz, in der es nach Aussage der Geschäftsführerin der Beratungsgesellschaft mehr um das Fördern geht. Dass Peter Hartz den Grundsatz des Forderns nicht vergessen hat, haben die erste 20 Teilnehmer dennoch deutlich zu spüren bekommen – in Form eines Marathon-Trainings von 40 h pro Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten.

Die Idee, Arbeitslose in die Selbständigkeit zu entlassen, ist übrigens nicht neu. Bereits 2002 hatte Peter Hartz Ähnliches vor. Allerdings scheiterte die Ich-AG und führte Betroffene nicht selten in den Niedriglohnsektor. Ein Erbe, mit dem die Arbeitsmarktpolitik immer noch zu kämpfen hat. Und auch diesmal scheint das Ganze Startschwierigkeiten zu haben – es mangelt scheinbar an Interessenten, zudem scheint der Name „Hartz“ eher für negative Stimmung zu sorgen, da das Vorhaben des vermeintlichen Wohltäters in diversen Internetforen und Blogs scharf kritisiert und mit Selbsthilfegruppen der anonymen Alkoholiker verglichen wird.

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