Altkanzler sieht Hartz IV als Gewinn für die Gesellschaft

Am 16. August 2002 stellte Peter Hartz den Bericht zur gleichnamigen Reform des Arbeitsmarktes vor – also vor genau zehn Jahren. Zeit, um in Bezug auf das Erreichte Bilanz zu ziehen. Während viele Kritiker nach wie vor auf eine Reform der Reform pochen, sieht Gerhard Schröder, unter dessen Feder die damals regierende SPD erst Hartz IV auf den Weg brachte, die Veränderungen als einen „Gewinn für die Gesellschaft“. Entsprechend äußerte sich der ehemalige Bundeskanzler in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung.

Gerhard Schröder zieht positive Bilanz

Als wesentlicher Bestandteil der Agende 2010 legte die damalige Bundesregierung nicht Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zusammen, sondern schuf auch andere Instrumente, die sich inzwischen am Arbeitsmarkt durchgesetzt haben. Und für Altkanzler Schröder ist es zehn Jahre nach den ersten Schritten in diese Richtung an der Zeit, eine positive Bilanz zu ziehen. Schließlich könne man, so der Ex-Kanzler im Interview, auf zwei Millionen weniger Arbeitslose verweisen.

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    Allerdings dürften Kritiker solchen Argumenten entgegenhalten, dass der weltwirtschaftliche Aufschwung eher für diesen Job-Boom verantwortlich ist als die Schaffung von Hartz IV. Letzteres hätte eher zur Spaltung und Verarmung der Bevölkerung geführt. Ein Argument, das der Altkanzler nicht gelten lassen will, in dessen Augen sind solch kritische Stimmen Polemik. Dennoch scheint auch Gerhard Schröder in gewisser Weise auch die Grenzen seiner Reformen zu erkennen.

    Gegenüber der „Bild“ hielt der Ex-Kanzler fest, dass sich Arbeit lohnen muss – eine Lohnuntergrenze deshalb sinnvoll wäre. Dabei hätte man den Mindestlohn auch mit Hartz IV einführen können.

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