Schwarzarbeit: Hartz IV Bezieher bringt Günter Wallraff in Bedrängnis

Schwarzarbeit: Hartz IV Bezieher bringt Günter Wallraff in Bedrängnis

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff gilt vielen als unbequemer Zeitgenosse, der sich auf seine eigene Weise für die Belange von Personengruppen einsetzt, denen in Deutschland eine starke Lobby fehlt – besonders, wenn es um niedrige Löhne und unwürdige Arbeitsbedingungen geht. Wie aus einem Bericht des Magazins „Spiegel“ hervorgeht, scheint jetzt der Autor aber selbst in Schwierigkeiten zu stecken.

Stein des Anstoßes sind die Vorwürfe seines ehemaligen Mitarbeiters, der den Medienberichten zufolge als Privatsekretär Wallraffs fungiert haben soll. Die Bezahlung erfolgte allerdings bar und ohne Beleg. Parallel zum Einkommen, welches der ehemalige Mitarbeiter bezogen haben will, erhielt er Hartz IV Leistungen.

Sozialbetrug durch Enthüllungsautor Wallraff

Die Vorwürfe des ehemaligen Mitarbeiters sind damit alles andere als Kavaliersdelikte, er wirft Günter Wallraff inzwischen Sozialbetrug und Steuerhinterziehung vor. Anfänglich habe er 1.000 Euro erhalten, das Gehalt sei anschließend in einen Stundenlohn umgewandelt worden. Seitens des Enthüllungsautors Wallraff bzw. von dessen Anwalt werden die Vorwürfe dementiert.

Wallraff sieht sich in der Opferrolle

Der ehemalige Mitarbeiter, welcher sich am 10. Juli selbst angezeigt hatte, habe nur gelegentlich geholfen, hätte zudem das Angebot einer Festanstellung und für weitere Vergünstigungen erhalten. Zudem sei die Barauszahlung nicht auf Betreiben seines Mandanten Günter Wallraff, sondern auf das Einwirken des Mitarbeiters erfolgt, um eventuellen Pfändungen zu entgehen. Welche der beiden Seite Recht hat, werden nach der Selbstanzeige nun wahrscheinlich die Behörden klären müssen.

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