Ferienjobs: Schüler dürfen bis zu 1.200 Euro anrechnungsfrei dazuverdienen

Ferienjobs: Schüler dürfen bis zu 1.200 Euro anrechnungsfrei dazuverdienen

Sommer, Sonne , Sommerferien – Ferienjob. Wie Schüler ihre Ferien verbringen ist meist sehr vielfältig, sicher ist allerdings auch, dass viele die Zeit nutzen, um sich mit Ferienjobs das Taschengeld aufzubessern. Auch Kinder aus Hartz IV Familien sollen hier nicht schlechter gestellt werden und dürfen im Rahmen der Ferienjobs bis zu 1.200 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen.

Einkommensanrechnung wird bei Ferienjobs ausgesetzt

Grundsätzlich wird jedes Einkommen, welches in einer Hartz IV Bedarfsgemeinschaft erwirtschaftet wird, auf die Arbeitslosengeld II Leistungen angerechnet. An dieser Stelle macht der Gesetzgeber mit § 1 Abs. 4 der ALG II Verordnung eine Ausnahme:

Schüler an allgemein- und berufsbildenden Schulen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und ausschließlich in den Schulferien einem Fereinjob nachgehen, können bis zu 1.200 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Voraussetzungen hierfür sind:

  • höchstens 4 Wochen im Kalenderjahr
  • höchstens 1.200 Euro im Kalenderjahr
  • Schüler hat keinen Anspruch auf Ausbildungsvergütung

Die Ferientätigkeit muss nicht am Stück sein sondern kann über die Ferien im gesamten Jahr verteilt werden. Dass die Regelungen des Jugendarbeitsschutgesetzes beachtet werden, ist obligatorisch.

Zu beachten ist auch, dass die Auszahlung der Entlohnung nicht in den Ferien erfolgen muss. Ausschlaggebend ist, dass die Erwerbstätigkeit während der Schulferien ausgeübt wurde, auch wenn der Lohn bereits während der angelaufenen Schulzeit ausgezahlt wird.

Besserstellung von Schülerinnen und Schülern

Diese Regelung zur Nichtanrechnung des Einkommens aus einem Ferienjob ist recht frisch in der ALG II Verordnung verankert. Wie Schüler aus Familien, die im Hartz IV Bezug steht, bessergestellt werden, lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen. Würde nach bisheriger Regelung ein Schüler 600 Euro verdienen, so blieben die ersten 100 Euro anrechnungsfrei. Weitere 20 Prozent zwischen 100 Euro und 600 Euro blieben anrechnungsfrei, so dass der Schüler von den 600 Euro nur 200 Euro hätte anrechnungsfrei verdienen können und die übrigen 400 Euro zur Deckung des Bedarfs herangezogen würden.

Bei einem Einkommen von 1.200 Euro würde sich der Anrechnungsbetrag bei der bisherigen Regelung auf 900 Euro belaufen, so dass nur 300 Euro anrechnungsfrei hinzuverdient werden konnten. Erschwerend kommt hinzu, dass wenn der eigene Bedarf des Schülers gedeckt war, auch der Mietanteil entsprechend gekürzt wurde.

Freibeträge bei Überschreiten der Einkommensfreigrenze

Sollten die vier Wochen der Arbeitszeit oder die Einkommensfreigrenze von 1.200 Euro überschritten werden, so wird das Einkommen unter Berücksichtigung der Einkommensfreibeträge nach § 11b Abs. 3 SGB II angerechnet.

Diese sind folgendermaßen aufgeteilt:

  • 100 Euro Grundfreibetrag
  • 20 Prozent Freibetrag für Einkommen zwischen 100 Euro und 1.000 Euro
  • 10 Prozent Freibetrag für Einkommen zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro

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