Arbeitsagentur will Hartz IV Bezieher zu Erziehern machen

Arbeitsagentur will Hartz IV Bezieher zu Erziehern machen

Ab August 2013 warten auf die Betreiber von Kindertagesstätten erhebliche Herausforderungen. Denn zu diesem Datum entsteht für Eltern ein Rechtsanspruch auf einen Platz in Kitas. Experten sehen diese Situation kritisch, da es unter anderem am Personal mangelt. Eine Tatsache, die man seitens der Bundesagentur für Arbeit mit einem einfachen Trick entschärfen will – in dem man Langzeitarbeitslose zu Erziehern umfunktioniert.

Bundesagentur für Arbeit nennt erstmals Zahlen

Wie aus aktuellen Medienberichten hervorgeht, plant die Bundesagentur für Arbeit in diesem Zusammenhang scheinbar mit ambitionierten Zielen. Heinrich Alt rechnet vorerst mit rund 5.000 Betroffenen, die sich in geplante Maßnahmen integrieren lassen. Das Potenzial ist nach Ansicht der Bundesagentur aber wesentlich höher.

Vorstandsmitglied Alt erklärte gegenüber der Zeitung „RP“, dass man „etwa 800.000 Menschen, die zumindest die schulischen Voraussetzungen dafür erfüllen“ habe. Ein ausreichender Pool also, um arbeitswillige Langzeitarbeitslose für den Einsatz in Kindertagesstätten zu rekrutieren.

Nach Aussage von Heinrich Alt will man die Betroffenen allerdings nicht in den Erzieherberuf drängen, sie sollen sich dafür frei entscheiden – etwa im Anschluss an ein Praktikum.

Kritische Stimmen an Plänen

Die Pläne stoßen unter Experten allerdings auf Kritik, es wird unter anderem die fehlende Qualifikation bemängelt, welche sich in einem „Crash-Kurs“ sicher nicht nachholen lässt. Hinzu kommt, dass der Mangel an Kräften in der Kinderbetreuung Ausdruck mangelnder Aufstiegschancen und anderen Fehlern ist, wie einer geringen Bezahlung. Statt Hartz IV Bezieher umzufunktionieren, sollte man vielleicht an dieser Stelle ansetzen, um die Tätigkeit in Kitas attraktiver zu gestalten.

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