Darlehensanträge von Hartz-IV-Empfängern auf Rekordhoch

Darlehensanträge von Hartz-IV-Empfängern auf Rekordhoch

Wer in Deutschland Hartz IV bezieht, muss mit 374 Euro seinen Lebensunterhalt bestreiten. Unvorhergesehene Ausgaben können schnell zu einem Problem werden. Und scheinbar nehmen die Notfälle immer weiter zu. Dies geht aus aktuellen Zahlen zu den Darlehen zu, welche Hartz IV Bezieher beantragen – etwa, wenn vom Stromversorger eine höhere Nachzahlung ins Haus steht.

Allein im vergangenen Jahr lag deren Zahl bei 18.400 – pro Monat. So oft mussten Bedarfsgemeinschaften auf die finanzielle Unterstützung der Behörden zurückgreifen.

Darlehensbedarf steigt dramatisch

Vergleicht man die aktuellen Zahlen mit denen vergangener Jahre, lässt sich ein deutlicher Trend ablesen – Hartz IV reicht scheinbar immer seltener zum Leben. So lag die Zahl der beantragten Darlehen 2007 bei 9.800, was einer Verdopplung des Bedarfs entspricht. Damit nicht genug: In einigen Monaten (März und August) des letzten Jahres sollen bei den Behörden sogar mehr als 20.000 Anträge eingegangen sein.

Dass sich dieser Trend abschwächt, sehen Experten übrigens nicht. Wie aus Medienberichten hervorgeht, sind in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres bereits 17.600 Darlehen pro Monat beantragt worden, die aus Steuermitteln finanziert werden. Den rechtlichen Rahmen dazu schafft das Sozialgesetzbuch, nachdem für einen „unabweisbaren Bedarf“ diese Leistungen bewilligt werden können.

Die hohe Zahl der Darlehen gießt damit Öl ins Feuer der Kritiker, welche die Hartz IV Sätze für zu niedrig halten. Zurückgezahlt werden diese, wenn Betroffene wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen – sofern diese eine Rückzahlung überhaupt zulässt.

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