700 Euro Betreuungsgeld gefordert – auch bei Hartz IV

Das Betreuungsgeld ist in den letzten Wochen zu einem politischen Zankapfel geworden, der nicht nur der Opposition die Möglichkeit geboten hat, die Bundesregierung zu brüskieren, sondern auch in der Koalition für heftigen Wirbel sorgt. Und der Deutsche Familienverband gießt mit einer Forderung Öl ins Feuer, die auf der politischen Bühne wahrscheinlich für wenig Freude sorgen dürfte.

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    Denn obwohl der Verband dem Betreuungsgeld grundsätzlich wohlwollen gegenübersteht, ist man mit dessen Höhe alles andere als einverstanden. Klaus Zeh, Präsident des Deutschen Familienverbands, empfindet die Bemessung als zu niedrig, das Betreuungsgeld sollte nicht 150 Euro betragen, sondern auf 700 Euro steigen. Begründet hat der Deutsche Familienverband das mit der Tatsache, dass die Erziehungsarbeit mit Erwerbsarbeit gleichzusetzen sei.

    Betreuungsgeld für Hartz IV Bezieher

    Mit der Forderung nach einer Aufstockung hat der Deutsche Familienverband auch beim begünstigten Personenkreis nachgehackt. Klaus Zeh macht sich dafür stark, dass auch Hertz IV Bezieher, die bisher beim Betreuungsgeld außen vorbleiben sollen, in den Genuss der Leistung kommen. Hintergrund ist die Ansicht, dass das Betreuungsgeld keine klassische Lohnersatzleistung sei.

    Ob sich die Regierung allerdings von solchen Forderungen beeindrucken lässt, ist fraglich. Schließlich sorgt das Betreuungsgeld bereits in seiner aktuellen Form für reichlich Zündstoff zwischen Befürwortern vor allem in der CSU und den Kritikern bei Union und FDP.

    Letztere machen sich dafür stark, beim Betreuungsgeld nachzuverhandeln. Horst Seehofer und die CSU sehen an dieser Stelle keinen Bedarf und droht bei einem Scheitern sogar mit dem Platzen der Koalition.