30 Prozent der Hartz IV Bezieher sind Arbeitnehmer

30 Prozent der Hartz IV Bezieher sind Arbeitnehmer

Der typische Hartz IV Bezieher ist arbeitslos, legt die Füße hoch und ruht sich auf Kosten der Gesellschaft aus. Ein Bild, das sich in den Köpfen vieler Bürger festgesetzt hat. Dass die Realität oft anders aussieht, belegt eine aktuelle Untersuchung des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), die ein düsteres Bild vom Alltag Betroffener nachzeichnet. So sind rund 30 Prozent der Bezieher von Hartz IV nicht erwerbslos, sondern Beschäftigte.

Arm trotz einer Vollzeitbeschäftigung

Das Problem: Für eine Vollzeitbeschäftigung, die nach dem klassischen Verständnis für den Lebensunterhalt reichen soll, sind in einigen Branchen die Entgelte so niedrig, dass Beschäftigte auf die Leistungen aus Hartz IV angewiesen sind. Die große Zahl der Aufstocker in den Reihen der Hartz IV Bezieher ist ein alarmierender Trend.

Denn allein in den drei Jahren zwischen 2007 und 2010 ist deren Zahl in den alten Bundesländern um 14 Prozent und in den neuen Bundesländern um 11 Prozent gestiegen. Und lag der Durchschnitt bundesweit bei 23,1 Prozent der Hartz IV Bezieher, ist nach der Zählung im Dezember 2011 dieser Satz auf 30 Prozent gestiegen. Legt man diesem Fakt die Gesamtzahl der Hartz IV Bezieher von 1,355 Mio. zugrunde, ergibt sich rechnerisch ein Kreis an Betroffenen von mehr als 400.000 Beschäftigten.

Niedrige Löhne schaffen neue Probleme

Dass immer mehr Beschäftigte auf staatliche Hilfe angewiesen sind, ist allerdings nur ein Problem, das Sozialexperten sehen. Gerade die mittel- und langfristigen Auswirkungen bereiten Sorgen. Denn wer heute weniger verdient, kann weniger für den Ruhestand sparen und ist bei Arbeitslosigkeit noch stärker auf die Unterstützung durch den Staat angewiesen.

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