“Hartz IV” muss als Beschimpfung herhalten

Wer Hartz IV bezieht, hat meist einen langen Leidensweg hinter sich und musste dem eigenen sozialen Abstieg zusehen – obwohl man sich mit Händen und Füßen gewehrt hat. Denn das Bild einiger Personenkreise über Hartz IV Bezieher zeugt von wenig Verständnis. Was allerdings einem Abiturienten passiert ist, dürfte nicht nur den Betroffenen sauer aufstoßen, sondern auch vielen anderen Bürgern.

Schüler als Bittsteller tituliert

Was war passiert? Der Abiturient fragte bei einem Verleih für Hüpfburgen bezüglich eines Abiturscherzes an. Dass für die Abschlussklasse diese möglichst günstig sein sollte, ist eigentlich nachvollziehbar, der Mitarbeiter des Verleihs schien sich aber auf die Füße getreten gefühlt zu haben.

Statt die Anfrage des Abiturienten bestimmt, aber höflich zurückzuweisen, entwickelte sich per E-Mail ein Schriftverkehr, den auch so mancher Student als beleidigend empfinden dürfte. Denn der Mitarbeiter des Verleihs ließ den Abiturienten nicht im Unklaren darüber, wie er die Erfolgsaussichten eines Studiums einschätzt, 70 Prozent der Studenten landen in Hartz IV, so dessen Aussage.

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Auch wenn Hartz IV Bezieher selbst nur am Rande betroffen sind – die Haltung des Mitarbeiters zeigt, dass ALG II nicht nur finanziell Betroffene an den Rand der Gesellschaft drängt, sondern auch gesellschaftlich zu einem Stigma geworden ist, welches zu einer doppelten Belastung für die Betroffenen wird.