Hartz IV Haushalte geraten in die Energiearmut

Für mittlere Einkommen sind steigende Energiekosten zweifelsohne ärgerlich, aber haben selten ein bedrohliches Ausmaß. Wesentlich mehr bangen dagegen Haushalte, die von Hartz IV leben müssen, vor der nächsten Stromrechnung. Denn seit die Kosten in diesem Bereich immer schneller steigen, müssen viele der Betroffenen immer wieder auf die Regelleistungen zurückgreifen, um die Energie finanzieren zu können. Oder sie bleiben dem Versorger einen Teil der Stromkosten schuldig. Die Folge: Früher oder später wird die Energie den Haushalten einfach abgeklemmt.

Laut ARD-Magazin „Report Mainz“ haben diese Erfahrung im Jahr 2011 rund 200.000 Hartz IV Haushalte machen müssen. Eine ernüchternde Zahl, die vom Paritätischen Gesamtverband stammt. Dessen Geschäftsführer erklärte, dass bereits heute die Lücke zwischen Leistungen und den tatsächlichen Kosten in einem Haushalt mit 4 Personen bei rund 150 Euro liegt.

Kosten laufen Anhebungen davon

Experten gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen wird. Denn die Energiepreise steigen immer weiter. Die im Regelsatz enthaltenen Pauschalen für Strom entwickeln sich dagegen langsamer und flacher. Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband bezifferte die Nachbesserungen in diesem Bereich mit drei bis vier Prozent.

Im Vergleich dazu lagen die realen Preissteigerungen bei den Energiekosten um rund den Faktor 5 höher – bei 20 Prozent. In den Augen des Paritätischen Gesamtverbandes werden die Menschen, welche auf Hartz IV angewiesen sind, schon heute in die Energiearmut getrieben und sind mit den Nachforderungen der Versorger in vielen Fällen schlicht überfordert.

HartzIV.org Newsletter - Nichts mehr verpassen!

Hol' Dir jetzt unseren kostenfreien Newsletter und beginne schon mit der ersten Ausgabe, Deinen Wissensstand sofort zu verbessern!