Betreuungsgeld: Unicef erteilt Familienministerin eine Absage

Betreuungsgeld: Unicef erteilt Familienministerin eine Absage

Im Familienministerium arbeitet man scheinbar mit Hochdruck an einer Alternative zur Erziehung von Kindern in Kindertagesstätten. Eines der Kernelemente ist das Betreuungsgeld, welches von Kritikern gern als Herdprämie bezeichnet wird. Und auch Organisationen wie Unicef Deutschland sind mit den Plänen der Familienministerin in Berlin alles andere als zufrieden.

Dessen Geschäftsführer Christian Schneider stellte klar, dass das Betreuungsgeld nicht dem Ziel dient, die Betreuung von Kindern sowohl im qualitativen wie auch einem quantitativen Rahmen voranzutreiben. Kritiker werfen der Familienministerin Kristina Schröder sogar vor, sie wolle mit dem Betreuungsgeld Eltern ruhig stellen.

Rechtsanspruch ab August 2013

Denn das Ministerium steht vor einem großen Problem: Ab 01. August 2014 kommen Eltern in den Genuss eines Rechtsanspruchs auf einen Platz in den stattlich geförderten Kita´s. Derzeit fehlt es Schätzungen zufolge aber genau hier an den entsprechenden Kapazitäten. Arbeitende Mütter, alleinerziehende Studentinnen – die Liste der Betroffenen ist lang.

Experten fürchten aufgrund des Fehlens von rund 130.000 Plätzen bereits jetzt eine Klagewelle auf die Gerichte zurollen. Heftige Kritik kommt indes aus der SPD. Sigmar Gabriel verlangt Medienberichten zufolge nicht nur einen Krippengipfel, er griff die Regierung offen für das Betreuungsgeld an und bezeichnete Kristina Schröder als „überforderte Ministerin“.

Statt zwei Mrd. Euro für diese Leistung „verpulvern“, ließen sich mit dem Geld, welches in das Betreuungsgeld fließen würde, 200.000 Plätze in Kindertagesstätten schaffen. Damit ließe sich nicht nur die Kapazität für 2013 schaffen, sondern auch ein juristisches Nachspiel in Form von klagenden Eltern umgehen.

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