Mietzuschuss bleibt in Berlin Dauerbrenner

Mietzuschuss bleibt in Berlin Dauerbrenner

Berlin ist Deutschlands Hartz IV Hauptstadt und bekommt als solche dessen Auswirkungen in vollem Umfang zu spüren. Denn nicht nur das Sozialgericht der Stadt ist täglich mit unzähligen Verfahren konfrontiert, auch die Wohnungssituation scheint in Berlin zu einem Dauerbrenner zu werden. Erst vor einigen Wochen wurde von Sozialsenator Mario Czaja das Thema der Mietkosten in Angriff genommen und auf eine Basis gestellt, welche die prekäre Situation einiger Haushalte entspannen sollte.

Denn in der bundesdeutschen Hauptstadt wohnten bis dato rund 100.000 Bedarfsgemeinschaften zu teuer. Wie aus einem neuen Gutachten des Berliner Mieterverein hervor geht, reichen aber selbst die Neuregelungen nicht aus, um den Bedarf der betroffenen Haushalte zu decken.

2/3 der Bedarfsgemeinschaften wohnt zu teuer

Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Forschungsinstitut Topos, welches ermittelt hat, dass trotz der neuen Regelungen immer noch rund 70.000 Bedarfsgemeinschaften zu teuer wohnen. Damit hätte sich die Lage unterm Strich nur für 30.000 betroffene Bedarfsgemeinschaften entspannt.

Alle anderen müssten nach wie vor einen Teil der Miete aus den Regelleistungen bestreiten. Für den Mietverein wird damit der Weg in die zunehmende Verarmung der Hartz IV Bezieher bzw. eine Entmischung der Stadt vorbereitet.

Wie das Forschungsinstitut Topos herausfand, ist einer der Gründe für die hohe Zahl an weiterhin betroffenen Bedarfsgemeinschaften nicht ein Leben über den Verhältnissen, sondern schlicht das Fehlen entsprechenden Wohnraums, welcher den Bedingungen der Jobcenter gerecht wird. Als Beispiel führte ein Mitarbeiter von Topos an, dass allein bei den 50 qm großen Wohnungen 2/3 für Hartz IV Bezieher reserviert werden müssten, um deren Bedarf zu decken.

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