Aufstocker: Hartz IV boomt im Dienstleistungssektor

Aufstocker: Hartz IV boomt im Dienstleistungssektor

Arm trotz Arbeit – für viele Deutsche ist dieses Motto leider bitterer Ernst. Trotz einer Vollzeitstelle reicht deren Einkommen nicht aus, um das Existenzminimum abzusichern. Was bleibt, ist der Gang zum Jobcenter, um Leistungen aus der Grundsicherung zu beantragen. So wird mit staatlicher Unterstützung zumindest das Existenzminimum erreicht. Besonders viele Betroffene gibt es dabei vor allem in den Bereich des Dienstleistungssektors.

Hier sind die Löhne und Gehälter nicht selten deutlich niedriger als zum Beispiel das von der OECD angesetzte Existenzminimum von 1.802 Euro brutto. Wie aus einer Anfrage der Partei Die Linke an die Bundesregierung hervorgeht, auf welche sich die „Saarbrücker Zeitung“ beruft, entfallen auf Dienstleistungsberufe, Köche, Verkehrsmitarbeiter, Lageristen/Logistiker sowie Gesundheitsdienstleiter und Gästebetreuer oder Sozialarbeiter usw. rund 70 Prozent der Aufstocker.

Arm durch Arbeit – leider kein Einzelfall

Insgesamt entfallen in der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage 356.000 Betroffene auf Reinigungs- und Verkaufsberufen. Insgesamt kommen durch Hilfsarbeiter, Bürokräfte, Erzieher und die bereits genannten Berufe mehr als 900.000 Betroffene zusammen, die trotz ihrer Beschäftigung auf die Hilfe der Jobcenter angewiesen sind.

In den Augen der Bundesregierung ist damit aber nicht zwangsläufig ein Einkommen im Niedriglohnsektor verbunden. Vielmehr müsse an dieser Stelle die Bedarfsgemeinschaft als Ganzes gesehen werden. Wo durch Kinder die finanziellen Belastungen erheblich sind, kann ein durchschnittliches Einkommen unter Umständen das Existenzminimum der Bedarfsgemeinschaft nicht mehr decken. Trotzdem kann dieses Argument nicht darüber hinwegtäuschen, dass in einigen Branchen erhebliche Defizite beim Lohnniveau herrschen – wie etwa dem Gastgewerbe.

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