Elterngeld: Lebensmittelspende und Tafel statt gesunder Ernährung

Elterngeld: Lebensmittelspende und Tafel statt gesunder Ernährung

Eltern erhalten in Deutschland zwischen 300 Euro und höchstens 1.800 Euro Elterngeld. Eine Bevölkerungsschicht bleibt hier allerdings außen vor – Bezieher von Hartz IV. Seit Anfang 2011 wird das Elterngeld auf deren Leistungen angerechnet, was in den Augen vieler Kritiker de facto dessen Streichung für Hartz IV Bezieher gleichkommt.

Hartz 4 Bescheid nicht OK?
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Welche Folgen dieser Einschnitt für die betroffenen Eltern hat, zeigt eine Umfrage, welche der Sozialdienst katholischer Frauen und die Caritas in Schwangerschaftsberatungsstellen durchgeführt haben. Von den 2.000 Befragten gaben 53 Prozent an, also mehr als die Hälfte, dass durch den Wegfall der 300 Euro auch ein Teil der gesunden Lebensmittel sowie Medikamente gestrichen werden mussten.

„Jetzt greift fast die Hälfte auf Lebensmittelspenden der Tafeln zurück“, wie Birgit Scheibe vom Diözesancaritasverband Münster.

Besserverdiener werden stärker belohnt

Für Kritiker der Anrechnung von Elterngeld auf Hartz IV Leistungen belohnt der Gesetzgeber mit diesem Schritt Besserverdiener – auch, wenn in Familien nur ein Einkommen vorhanden ist. Hartz IV Familien werden dagegen ins soziale Aus manövriert. Eine Haltung, welche sich auch bei den Betroffenen wiederfindet. Eltern haben in der Umfrage die Ansicht vertreten, dass deren Kinder in der Gesellschaft unerwünscht seien.

Darüber hinaus färbt der finanzielle Druck nicht nur auf den Alltag ab und zwingt betroffene Mütter zur Nutzung von Spenden und Tafeln, auch Partnerschaftsprobleme seien nicht ungewöhnlich. In der Umfrage beschrieben rund 30 Prozent solche Situationen.

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