DGB-Studie: Jeder 4. Arbeitslose rutscht sofort in Hartz IV

DGB-Studie: Jeder 4. Arbeitslose rutscht sofort in Hartz IV

Heute noch erwerbstätig, morgen schon Hartz IV Empfänger – eine Realität, der sich immer mehr Deutsche stellen müssen. Wie der Deutsche Gewerkschaftsbund berechnet hat, trifft dieses Schicksal inzwischen rund jeden 4. Arbeitslosen zwischen Rhein und Oder. Insgesamt kommt der DGB auf eine Quote von 26,4 Prozent.

Im Vergleich zum Jahr 2011 sahen die Zahlen wenige Jahre vorher – im Jahr 2008 – noch wesentlich besser aus, laut DGB lag die Quote damals bei 21,5 Prozent. Insgesamt ergibt sich durch den Vergleich der Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes eine Veränderung um 18,7 Prozent.

Sicherungssystem Arbeitslosenversicherung versagt

Mit der Untersuchung weist der DGB auf ein Problem hin, das für viele Betroffene zunehmend zu einer existenziellen Frage wird. Denn die betroffenen 736.800 Erwerbslosen können sich aufgrund ihrer Beschäftigung keine Anspruchsvoraussetzung auf ALG I erarbeiten – obwohl sie ihren Beitrag zur Arbeitslosenversicherung leisten. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes versagt an dieser Stelle das System, weshalb dringend Reformen, wie eine Verkürzung der Rahmenbedingungen, gefordert werden.

Als besonders gefährdet stuft der Deutsche Gewerkschaftsbund übrigens Leiharbeiter ein. Die Quote derer, die aus der Beschäftigung direkt in die Grundsicherung rutschen, liegt nach Angaben des DGB hier weit über den berechneten 26,4 Prozent, die Leiharbeiter kommen auf 45,2 Prozent und brauchen in den Augen des Gewerkschaftsbundes dringend bessere Anspruchsvoraussetzungen. Damit ist quasi fast jeder 2. Leiharbeiter, der seine Beschäftigung verloren hat, direkt auf Hartz IV Leistungen angewiesen gewesen.

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