Sind die Hartz IV Sätze für Jugendliche zu hoch?

Sind die Hartz IV Sätze für Jugendliche zu hoch?

Hartz IV ist in den letzten Tagen wieder zu einem Brennpunkt in den Medien geworden. Hintergrund sind Zahlen zu den Sanktionen der Jobcenter im vergangenen Jahr, die einen neuen Höchststand erreicht haben. Nach Kritik an der Berichterstattung seitens des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes schaltet sich jetzt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft in die Debatte ein.

In dessen Augen sind die Sätze für Jugendliche zu hoch, diese müssten nach Meinung des BVMW gesenkt werden. Hintergrund ist die Ansicht, dass durch einen hohen Hartz IV Satz den Jugendlichen der Anreiz zum Antritt einer Ausbildungsstelle genommen wird, da in einigen Berufen die Ausbildungsvergütungen unterhalb der Höhe des aktuellen Hartz IV Regelsatzes von 374 liegen.

Ansatz am falschen Ende?

Die Kritik, welche der Bundesverband mittelständische Wirtschaft äußert, ist nicht unbedingt neu. Bereits Anfang des Monats bemängelte Christian Rach, seines Zeichens Star-Koch und bekannt durch seine mediale Präsenz, dass die „Rundumversorgung“ durch Hartz IV ein schwerer Schlag für die Motivation einiger Jugendlicher sei.

Ob allerdings die Äußerungen des BVMW wie: „Viele junge Erwachsene kassieren lieber staatliche Stütze, als arbeiten zu gehen“, kritiklos hingenommen werden, darf bezweifelt werden. Denn das Gros der Jugendlichen in Deutschland ist bemüht, mit einem Ausbildungsplatz den ersten Schritt auf der Karriereleiter zu machen. Und die Forderung, den Hartz IV Satz zu senken, kann durchaus auch aus einem anderen Licht gesehen werden – warum steigen stattdessen nicht die Ausbildungsvergütungen, um neue Anreize zu schaffen?

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