Wohlfahrtsverband kritisiert Hartz IV Berichterstattung

Wohlfahrtsverband kritisiert Hartz IV Berichterstattung

Deutschlands Jobcenter sanktionieren Bezieher von Hartz IV in einem Ausmaß wie selten zuvor. 2011 griffen die zuständigen Ämter in 912.377 Fällen zu Strafen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt jetzt vor einer Stimmungsmache gegen die Empfänger der Leistungen aus dem ALG II und hat Teile der Berichterstattung heftig kritisiert, die den Betroffenen in zunehmendem Maß Betrügereien vorwerfen.

Diese Sicht ist in den Augen des Wohlfahrtsverbandes nicht nur falsch, es werde „auf unverantwortliche Art und Weise gegen Millionen Menschen gehetzt und ein Bild der schmarotzenden Massen geschürt, dass mit der Realität nichts zu tun hat“. Der Wohlfahrtsverband weist darauf hin, dass die Quote der Strafen nur leicht zugenommen hat.

Strafen durch Terminversäumnisse

Wie der Paritätische Wohlfahrtsverband noch einmal unterstrich, entfällt ein Großteil der Strafen nicht auf Tricksereien, um sich höhere Leistungen zu erschleichen, sondern auf Terminversäumnisse. Arbeitsverweigerungen, die bei Außenstehenden immer wieder zu pauschalen Verurteilungen führen, sind nur in geringem Umfang für Sanktionen verantwortlich und nach Aussage des Wohlfahrtsverbandes in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

So hat sich deren Umfang seit 2007 drastisch verringert – um fast ein Drittel. Insgesamt, so der Paritätische Wohlfahrtsverband, sind lediglich 0,5 Prozent der Hartz IV Bezieher von solchen Strafen betroffen. Das Gros besitzt „große Disziplin und Leistungsbereitschaft“ und versucht mehrheitlich, die eigene Situation zu verbessern.

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