Berlin: 100.000 Hartz-4-Empfänger wohnen zu teuer

Berlin: 100.000 Hartz-4-Empfänger wohnen zu teuer

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, sondern muss jedes Jahr einen hohen Bestand an Hartz-4-Empfängern bewältigen. Die Kosten, welche dafür im Haushalt der Stadt anfallen, sind enorm. Allerdings wird nicht nur die Zahl der Hartz IV Bezieher zu einem Problem, auch die laufenden Kosten für Wohnungen setzen den Senat immer stärker unter Druck. So geht aus Medienberichten hervor, dass bereits jetzt 100.000 Hartz IV Empfänger in Wohnungen leben, die laut den Grenzwerten aus dem Jahr 2009 eigentlich zu teuer sind.

Umzüge nur in 1.313 Fällen

So muss Berlin allein für Unterkunft und Nebenkosten rund 1,4 Milliarden Euro aufwenden. Dabei sind es nicht unbedingt die Wünsche nach mehr Lebensqualität der Bezieher von Hartz 4, welche zu immer weiter wachsenden Kosten führen – in Berlin wird Wohnraum schlicht immer teurer.

Den Forderungen der Opposition nach einer Neuregelung der Ausführungsvorschrift Wohnen will der Senat jetzt übrigens nachkommen. Sozialsenator Mario Czaja hat entsprechende Maßnahmen bestätigt und bereits festgehalten, dass als Orientierungshilfe der Mietspiegel herangezogen werden soll. Weitere Details ließ der Unionspolitiker allerdings offen, eine „soziale Entmischung“ einzelner Stadtteile in der Hauptstadt soll aber verhindert werden.

Trotz der hohen Zahl an Hartz-4-Empfängern, die eigentlich in zu teuren Wohnungen leben, ist die Zahl der Umzüge mit rund 1.300 gering. Einer der Gründe: Mehr als ein Drittel der Fälle kann eine Härtefallregelung geltend machen, ist also alleinerziehend, schwanger oder leidet unter einer Behinderung. In anderen Fällen lassen sich nach Mahnbescheiden die Kosten für die Unterkunft senken.

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