Kinderarmut in Deutschland regional sehr unterschiedlich

Kinderarmut ist in den Köpfen vieler Bürger ein Phänomen vergangener Jahrhunderte. Allerdings drängen aktuelle Berichte dieses Thema wieder in den Vordergrund. Die Arbeitsagentur feiert den Rückgang bei den 15-Jährigen, die auf Hartz IV angewiesen sind (wir berichteten), zwar als Erfolg. Allerdings zeigt eine andere Studie von der Bertelsmann-Stiftung, dass in einigen Regionen Deutschlands nicht nur jedes 7. Kind, sondern jedes 3. Kind in einer Familie lebt, die von Hartz IV abhängig ist.

Die durschnittlichen Werte, welche als Erfolg gefeiert werden, dürfen also nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in einigen Städten und Bundesländern anders aussieht. Besonders gravierend ist demnach die Entwicklung in Berlin. Sowohl die Studie der Bertelsmann-Stiftung als auch der BA-Bericht sprechen eine ähnliche Sprache.

Berlin als ein Schlusslicht

Besonders in Berlin ist die Lage alles andere als entspannt. Hier soll auf der Studie nach jedes 3. Kind in einer Familie mit Hartz IV wohnen. Besonders deutlich schält sich ein Nord-Süd-Gefälle heraus. In der Bertelsmann-Studie sind die beiden südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg mit rund zehn Prozent positiv aufgefallen, in München lag die Quote etwa bei 12,6 Prozent.

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Geht man weiter in Richtung Norden der Bundesrepublik, steigen die Quoten. In Dresden und Köln sollen es 2009 etwa 25 Prozent der Kinder gewesen sein, die in Hartz-IV-Familien lebten, Gelsenkirchen lag mit 40,4 Prozent bei den Spitzenreitern. Anders als die Bundesagentur für Arbeit, die sich auf die Gruppe der unter 15-Jährigen konzentrierte, betrachtete die Bertelsmann-Stiftung die Situation bei den unter 3-Jährigen im Jahr 2009.