Billiglöhne: Bund zahlt 2011 rund 2 Mrd. bei Geringverdienern drauf

Arbeit muss sich lohnen – ein Credo, dass von Politikern immer wieder gern benutzt wird. Leider hat sich in den letzten Jahren die Situation in Deutschland deutlich verschlechtert. Mehr und mehr Billiglöhne führen dazu, dass Arbeitnehmer – trotz Vollzeitbeschäftigung – ihr Einkommen mit finanzieller Hilfe vom Staat durch Hartz IV aufstocken müssen.

Dies führt zu absurden Situationen, nämlich der Tatsache, dass sich in Deutschland Arbeit in einigen Regionen und Branchen nicht mehr lohnt. Die Zahlen zu den „Kosten“ der Billiglöhne stammen aus einer Studie des DGB. So hat der Deutsche Gewerkschaftsbund ermittelt, dass zusammen mit den Teilzeitbeschäftigten im Billiglohnsektor die Summen noch deutlich wachsen – auf etwa vier Milliarden Euro.

Konjunktur geht an Beschäftigten vorbei

Für viele der Betroffenen entsteht so eine deprimierende Situation. Sie sehen, dass in Deutschland die Konjunktur noch der Schuldenkrise trotzt, haben selbst aber nichts von dieser Entwicklung und auch den Lohnsteigerungen. Zudem geht die Schere immer weiter auf, da die Preise in den letzten Monaten deutlich gestiegen sind. Insgesamt liegt die Zahl der derzeit Betroffenen bei 1,3 Millionen.

Regional sehr unterschiedliche Situation

Wer mit Hartz IV aufstocken muss und wer nicht, hängt nicht nur von der Branche ab, in der Beschäftigte ihrer Arbeit nachgehen, sondern auch der Region. So haben besonders die deutschen Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen schlecht abgeschnitten. Berlin ist mit 6,1 Prozent hier Spitzenreiter. Aber auch im Ländervergleich lassen sich Unterschiede erkennen.

So ist die Quote in den alten Bundesländern im Durchschnitt mit 2 Prozent nur halb so hoch wie in den neuen Bundesländern. Und wie sieht es mit den Branchen aus? Laut DGB ist es unter anderem die Zeitarbeit, in der das Risiko steigt, es liegt um den Faktor vier höher. Der DGB kritisiert die aktuelle Situation aber nicht nur aus Sicht der Arbeitnehmer und Verbraucher.

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Auch die Wirtschaft leidet darunter. Einerseits fehlt es an Kapital für den privaten Konsum. Und auf der anderen Seite erkaufen sich Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, der auf dem Rücken derer ausgetragen wird, die das Kapital zur Aufstockung zuschießen – sprich die Steuerzahler.