BA Studie: 25 Prozent rutschen nach Jobverlust direkt in Hartz IV

Eine Studie der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat ergeben, dass rund ein Viertel der Menschen, die arbeitslos werden, ohne Umweg des Arbeitslosengeldes I direkt in Hartz IV rutschen. Hierbei handelt es sich laut Studie um geringqualifizierte Arbeitnehmer (ein Drittel davon Zeitarbeiter), die nicht genügend oder gar keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung erhalten. Bei ausgebildeten Beschäftigten liegt der Anteil bei 20 Prozent.

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Grundsätzlich erwirbt ein Arbeitnehmer aus der Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung auch Leistungen aus dem Arbeitslosengeld I. Hierfür müssen allerdings in den letzten zwei Jahren vor dem Jobverlust mindestens zwölf Monate Einzahlungen erfolgen, sog. Rahmenfrist. Erst nach dem Bezug des Arbeitslosengeldes greift die Grundsicherung Hartz IV.Im Schnitt beläuft sich das Arbeitslosengeld I auf 812 Euro, während ein alleinstehender Hartz IV Empfänger 364 Euro (374 Euro ab 2012) zuzüglich der angemessenen Kosten der Unterkunft erhält.

Die Auswertung der BA zeigt, dass von den rund 2,8 Millionen Menschen, die in den letzten zwölf Monaten ihre Beschäftigung verloren haben, 737.000 direkt in die Hartz IV Grundsicherung gerutscht sind. Damit ist diese Zahl pro Monat um 10.000 Menschen gestiegen, wenn man den gegenwärtigen Zeitraum mit monatlich 61.000 Hartz IV Empfängern zum November 2008 mit 51.000 Hartz IV Empfängern vergleicht.

Zurückzuführen sind diese Zahlen auf die Arbeitslosenversicherung. Die Beschäftigten hatten während ihrer sozialversicherungpflichtigen Erwerbstätigkeit entweder die Rahmenfrist von zwölf Monaten nicht erfüllt oder das Erwerbseinkommen war so gering, dass die Höhe des Arbeitslosengeldes I unter den Leistungen der Grundsicherung von Hartz IV liegt.