Steigende Hartz IV Bedarfe zum 01.01.2012

Zum 01.01.2012 steigt der Hartz IV Regelbedarf für Singles von derzeit 364 Euro auf 374 Euro. Bei volljährigen Partnern, die in einer Bedarfsgemeinschaft leben, wird jeweils ein Betrag von 337 Euro (90% der Regelleistung) ausgezahlt. Durch die Erhöhung der Regelsätze erhöht sich auch automatisch ein gewährter Mehrbedarf.

Bundesagentur für Arbeit passt automatisch an

Bei der letzten Anpassung des Regelbedarfs vor einem Jahr hatte die BA noch massive Schwierigkeiten, die Erhöhung rechtzeitig an die Betroffenen auszuzahlen. Für die kommende Erhöhung teilte die BA jedoch mit, dass sichergestellt sei, dass die Hartz IV Empfänger ihren Erhöhungsbetrag für den Januar 2012 rechtzeitig überwiesen bekommen.

Mehrbedarf abhängig vom Regelbedarf

Da die Mehrbedarfe nach § 21 SGB II in Abhängigkeit vom Hartz IV Regelsatz gezahlt werden, erhöhen sich die Beiträge folgendermaßen (ausgehend von alleinstehenden, volljährigen Personen):

Mehrbedarf für werdende Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche

Dieser beträgt 17 Prozent der Regelleistung und steigt ab kommendem Jahr von 61,88 Euro auf 63,58 Euro.

Mehrbedarf für Alleinerziehende

Alleinerziehende erhalten je nach Alter und Anzahl der Kinder einen Mehrbedarfszuschlag zwischen 12 Prozent und Maximal 60 Prozent der Regelleistung. Damit steigt der Mindestsatz von 43,68 Euro auf 44,88 Euro. Der höchste Mehrbedarf bei Alleinerziehenden steigt von 218,40 Euro auf 224,40 Euro.

Mehrbedarf für erwerbsfähige Behinderte

Erwerbsfähigen Behinderten steht ein Mehrbedarf von 35 Prozent der maßgeblichen Regelleistung zu, sofern Sie einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 Prozent und mehr haben oder der geistliche oder körperliche Zustand um sechs Monate vom typischen Alter abweicht. Damit ergeben sich folgende Zuschläge ab 2012:

  • Alleinstehende statt 127,40 Euro erhalten 130,90 Euro
  • Partner in der Bedarfsgemeinschaft statt 114,66 Euro erhalten 117,81 Euro
  • Sonstige Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft statt 101,92 Euro erhalten 104,72 Euro

Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung

Personen, die aufgrund einer Krankheit oder anderen Beschwerden auf eine spezielle Ernährung achten müssen (z.B. glutenfreie Kost, Dialysediät, eiweißdefinierte Kost oder cholesterinarme Ernährung etc.), die in der Regel teurer ist, erhalten Mehrbedarfszuschläge zwischen 10 und 20 Prozent der maßgeblichen Regelleistung. Bei einem 10 prozentigen Mehrbedarfszuschlag bei Alleinstehenden steigt der Betrag von 36,40 auf 37,40 Euro. Der doppelte Mehrbedarf steigt von 72,80 Euro auf 74,80 Euro monatlich.

Die bis hier hin genannten Mehrbedarfszuschläge werden automatisch an den neuen Regelbedarf von 374 Euro ab 01.01.2012 angepasst. Darüber hinaus gibt es allerdings noch den Mehrbedarf für Warmwasseraufbereitung, wenn diese über den Hausstrom z.B. durch einen Durchlauferhitzer oder Boiler (sog. dezentrale Warmwasseraufbereitung) erfolgt.

Mehrbedarf für dezentrale Warmwasseraufbereitung

Dieser Mehrbedarf wird ebenfalls prozentual am maßgeblichen Regelbedarf monatlich pro Person der Bedarfsgemeinschaft ausgezahlt. Die Besonderheit bei diesem Bedarf liegt aber darin, dass der Strom bereits im Regelbedarf enthalten ist und bei dieser Art der Warmwasseraufbereitung den Bedürftigen ein Nachteil entstehen würde, zu Personen, die Warmwasser über die Heizkosten abrechnen. Hierfür werden folgende Sätze veranschlagt:

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  • Volljährige/ Alleinerziehende erhalten 2,30% und damit 8,60 Euro statt 8,37 Euro
  • Volljährige Partner der Bedarfsgemeinschaft erhalten 2,30% und damit statt 7,53 Euro nun 7,74 Euro
  • U25 erhalten ebenfalls 2,30%, was eine Steigerung von 6,69 Euro auf 6,88 Euro bedeutet

Für minderjährige Kinder gibt es keine Abweichung im Mehrbedarf für dezentrale Warmwasseraufbereitung, da der Unterschied in der Anpassung des Regelbedarfs zu gering ist.

Die Erhöhung des Mehrbedarfs für die dezentrale Warmwasseraufbereitung erfolgt nicht automatisch zum Jahreswechsel, dies begründete die Bundesagentur für Arbeit mit technischen Gründen. Hier werden die monatlichen Bedarfe direkt von den zuständigen Jobcentern angepasst.

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