Fördert Hartz IV die Geburtenrate?

Fördert Hartz IV die Geburtenrate?

Der Bezug von ALG II fördert die Geburtenrate in Deutschland. Zwar gibt es darüber keine verlässlichen Studien, doch Beratungsstellen in ganz Deutschland verweisen auf die Problematik der Verhütungsmittel bei Bezug von ALG II, wodurch es verstärkt zu ungewollten Schwangerschaften komme.

Verhütungsmittel müssen Frauen über 21 Jahre in den meisten Städten aus dem Hartz IV Regelsatz bezahlen. Dort sind für den gesamten Bereich „Gesundheitspflege“ (der unter anderem auch Medikamente und die Praxis-Gebühr umfasst) gerade einmal etwas über 15 Euro vorgesehen – eine Packung der Pille kostet aber je Monat schon allein zwischen 10 und 15 Euro.

Eine in Köln erfolgte Befragung ergab teilweise erschreckende Ergebnisse: seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 ist die Quote derjenigen Frauen, die bis dato immer verhütet haben, von zwei Drittel auf ein Drittel gesunken. Demgegenüber stieg die Zahl derjenigen, die nie verhüten, von 6 auf 16 Prozent an – ohne dass ein Kinderwunsch vorlag.

Die Bundesregierung sieht bei dem Problem keinen Handlungsbedarf. In den Beratungen zur Hartz-IV-Reform hat die SPD vorgeschlagen, die Verhütung auch für Frauen über 21 Jahre sicherzustellen, was die Bundesregierung verweigert, weil man der Einschätzung, dass die 15 Euro Gesundheitspflege nicht für eine regelmäßige Verhütung ausreiche, nicht folgen könne.

Darüber hinaus wird das Elterngeld, welches Eltern nach der Geburt des Kindes erhalten, ab dem Jahr 2011 vollständig auf die Hartz IV Leistungen angerechnet, so dass das Elterngeld nicht mehr zusätzlich zum Regelsatz gezahlt wird.

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