Arbeitgeber wollen bei Arbeitslosen einsparen

Arbeitgeber wollen bei Arbeitslosen einsparen

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat klare Vorstellungen davon, wie der Staat sparen kann und fordert die Koalition dazu auf, „Kürzungen auch gegen Widerstände durchzusetzen“. Seine Idee: Sechs Milliarden Euro bei den Arbeitslosen zu sparen. Ob die Leistungsempfänger älter sind oder Kinder haben, spielt bei der umfangreichen Streichliste der Arbeitgeber keine Rolle. Der Rotstift wird überall angesetzt – gnadenlos.

Ganz weit vorne auf den Sparplänen steht das Arbeitslosengeld I. Es soll nur noch ein Jahr gezahlt werden, unabhängig davon wie alt der oder die Betroffene ist. Mit der Verlängerung auf 18 respektive 24 Monate seien falsche Anreize gesetzt worden. 1,5 Milliarden Euro könnten hier gespart werden. Potenzial sieht Dieter Hundt auch bei Arbeitslosen mit Kindern. Statt 67 Prozent des früheren Nettoeinkommens sollen auch Familien künftig nur 60 Prozent erhalten.

Weiter geht es im Streichkonzert mit dem Zuschlag beim Übergang vom ALG I zum ALG II, der ganz wegfallen soll, und der der Weiterbildung. „Sinnlose und teure Maßnahmen gehören abgeschafft“, heißt es vonseiten der Arbeitgeber. Hier werden 500 Millionen Euro Ersparnis erwartet. Deutlich mehr, drei Milliarden Euro, sind es beim Arbeitslosengeld II. Die Menschen würden „nicht schnell und gezielt genug unterstützt“. Daraus ergäben sich Effizienzreserven bei der Arbeitsförderung. Die Gewerkschaften warnen davor, am Arbeitsmarkt zu sparen und „sozialen Raubbau“ zu betreiben.

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