1,325 Millionen Menschen trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen

10,9 Milliarden Euro – diese Zahl sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. So viel Geld hat die Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr für aufstockende Hartz-IV-Leistungen aufbringen müssen. Das Problem: Die Zahl derer, die einer Voll- oder Teilzeitbeschäftigung nachgehen und nicht davon leben können, steigt von Jahr zu Jahr. 2009 waren es 1,325 Millionen Betroffene.

Der Blick zurück und in die Statistiken zeigt eine traurige Entwicklung. 2005 erhielten 1,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zusätzlich zum Gehalt Hartz IV. Innerhalb von knapp vier Jahren ist der Anteil auf 2,6 Prozent gestiegen. Von 2007 bis 2009 kamen alleine 100.000 Arbeiter und Angestellte hinzu, die als sogenannte Aufstocker auf die Leistungen vom Staat angewiesen sind. Die meisten arbeiten Teilzeit. Die Zahl derer, die einen Vollzeitjob haben und Hartz IV beziehen, sinkt mittlerweile wieder. Aktuell sind es rund 300.000.

Den Grund dafür sieht Wilhelm Adamy vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in anderen staatlichen Leistungen wie dem Kinderzuschlag und dem Wohngeld. Zudem würden in einigen Branchen inzwischen Mindestlöhne gelten. Zwar wachse der Niedriglohnsektor in der Bundesrepublik, mit ihm aber nicht die Zahl derer, die ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken können.

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