Mehr Hartz-IV-Empfänger trotz Erholung am Arbeitsmarkt

Mehr Hartz-IV-Empfänger trotz Erholung am Arbeitsmarkt

Ein „unerwartet deutlicher Frühjahrsaufschwung“, so der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat für erfreuliche Zahlen am Arbeitsmarkt gesorgt. Die Arbeitslosenzahl sank im April um 162.000 auf 3,406 Millionen, die der Jobsuchenden um 178.000. Das ergibt eine Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent. Sie liegt 0,4 Prozent unter dem Wert aus dem Vormonat. Für einen bitteren Beigeschmack sorgt der Höchststand an Hartz-IV-Empfängern.

In vorläufigen Zahlen, ermittelt vom Deutschen Landkreistag, heißt das: 6,7 Millionen Menschen waren auf Leistungen nach Hartz IV angewiesen. Im Vergleich zum April 2002 sind es 2,2 Prozent mehr. Zudem ist es der höchste Stand seit August 2008. Besonders drastisch zeigt sich diese Entwicklung bei Kindern unter 15 Jahren. Von ihnen leben derzeit rund 1,7 Millionen von Hartz IV – 2,1 Prozent mehr binnen eines Jahres.

Bezogen auf den reinen Arbeitsmarkt ist die Tendenz hingegen durchaus positiv. Saisonbereinigt ging die Arbeitslosenzahl um 68.000 zurück. Erwartet worden war lediglich ein Wert von 10.000. Im Westen der Republik sind derzeit 2,329 Millionen Menschen ohne Job (minus 99.000). Die Arbeitslosenquote liegt hier bei 6,9 Prozent (minus 0,3 Prozent). Im Osten stehen 1,077 Millionen Arbeitslose in der Statistik (minus 63.000) und ging die Arbeitslosenquote um 0,8 Prozentpunkte auf einen Wert von 12,7 Prozent zurück.

Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten freien Stellen. 517.000 waren es im April. Immerhin 22.000 mehr im Jahresvergleich. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steige, so die Bundesagentur für Arbeit. Vonseiten der Politik heißt es dazu, die Erholung sei für alle spürbar (Bundeskanzlerin Angela Merkel) und „wir kommen langsam aber sicher aus der krisenbedingten Talsohle am Arbeitsmarkt heraus“ (Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen).

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