Hartz-IV-Empfänger fühlen sich von Jobcentern menschenverachtend behandelt

Hartz-IV-Empfänger fühlen sich von Jobcentern menschenverachtend behandelt

Der Vorwurf der Hamburger Sozialberatungsstellen an die Jobcenter ist nicht ohne: Hartz-IV-Empfänger würden gezielt falsch beraten, erklärten sie am Wochenende im Rahmen einer Konferenz zum Thema Hartz IV an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Das ist das Ergebnis einer Umfrage zu den häufigsten Beschwerden, die von Langzeitarbeitslosen in den Beratungsstellen vorgebracht werden.

Vorgestellt wurde die Liste mit den zwölf meistgenannten Beschwerdegründen von Pia Peddinghaus vom Netzwerk SGB II. Neben der falschen Beratung, inklusive einer unzureichenden Information über die finanziellen Ansprüche, nehmen auch rechtswidrige Kürzungen der Hartz-IV-Leistungen Spitzenplätze in der Statistik ein. Die Jobcenter unterließen es zudem, auf Vergünstigungen hinzuweisen, wie zum Beispiel Fahrkarten für den öffentlichen Personennahverkehr. Auch bei den Mietkosten hapere es und reichten schon wenige Quadratmeter mehr aus, dass die Zahlung verweigert werde.

Unter dem Strich steht eine relativ klare Aussage: Der Umgang mit ihnen durch die Jobcenter wird von vielen Leistungsempfängern als menschenverachtend und demütigend empfunden. Um in Zukunft schneller reagieren zu können und ein besseres Miteinander von Hartz-IV-Empfängern und Mitarbeitern der Jobcenter zu gewährleisten, soll eine zentrale Dokumentations- und Interventionsstelle eingerichtet werden.

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