Peter Hartz mit neuem Konzept für Hartz-IV-Empfänger

Peter Hartz mit neuem Konzept für Hartz-IV-Empfänger

Peter Hartz hat mit der nach ihm benannten und unter Gerhard Schröder eingeführten Arbeitsmarktreform vielen Menschen tiefe Sorgenfalten ins Gesicht gezeichnet. Freunde hat er sich mit seinem Konzept jedenfalls nicht gemacht. Das dürfte auch für seinen neuen Vorschlag gelten, mit dem er Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot bringen will. „Minipreneure“ heißt sein Projekt.

Die Idee, kurz umrissen: 20 Arbeitssuchende und ein Arbeitslosentrainer formen sich zu einer Selbsthilfegruppe, wobei der Trainer kein Profi sein muss, sondern auch selbst Hartz IV beziehen darf. Zwei Jahre lang sollen sich die Teilnehmer(innen) treffen, um sich zu motivieren, ihre Stärken zu erkennen und sich gegenseitig weiterzubilden. Danach könnten sie, so der Ex-Personalchef, als Minipreneure durchstarten, selbständig oder mit einem festen Job. Vorausgesetzt natürlich, man erweist sich als geeignet. Das treffe voraussichtlich auf 30 von 100 Arbeitslosen zu.

Die Bild bezeichnet das von Peter Hartz als „bahnbrechend“ angepriesene Konzept als Zirkus ohne Artisten und Tiere. Genauso sieht es auch die Mehrheit der Deutschen. Insbesondere Betroffene, die mit Hartz IV leben müssen, lassen kein gutes Haar an den Plänen. Mit Gruppengesprächen und Talentdiagnostik 7.500 Menschen Arbeit zu verschaffen klingt eben nicht sonderlich professionell und wird deshalb auch nicht ernst genommen. Vielleicht liegt es daran, dass Hartz für viele gleichbedeutend mit sozialem Abstieg ist. Das damalige Konzept mit seinem Namen zu verknüpfen, bezeichnet sogar Peter Hartz als Fehler. Rückblickend wäre ihm „Jobreform“ lieber. Namen alleine bringen allerdings keine Besserung oder Änderung.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (noch keine Bewertungen)
Loading...