Rente auf Hartz-IV-Niveau: Im Osten der Republik droht Altersarmut

Rente auf Hartz-IV-Niveau: Im Osten der Republik droht Altersarmut

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat anhand von Rentenformel, Rentenalter und den Prognosen zum Arbeitsmarkt die zukünftige Rentenhöhe ermittelt. Die Ergebnisse sind alarmierend: Vor allem in Ostdeutschland droht vielen Menschen, die in rund 20 Jahren in den Ruhestand gehen werden, Altersarmut.

In Zahlen ausgedrückt heißt das: Ältere Jahrgänge werden aller Voraussicht nach mit 900 bis 1.000 Euro Rente rechnen können. Die Jahrgänge 1962 bis 1972 hingen kommen den Berechnungen zufolge nur auf 600 Euro und erreichen damit gerade einmal das Niveau der Grundsicherung. Betroffen davon sind aus Sicht des DIW nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern auch gering qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – das gilt sowohl für den Osten als auch den Westen. Lediglich westdeutsche Frauen dürfen auf eine etwas höhere Rente hoffen.

Sorge macht den Forschern vor allem die Situation in den neuen Bundesländern. „Die Entwicklung in Ostdeutschland ist zum Teil dramatisch“, fasst Viktor Steiner von der DIW zusammen. Die Probleme hätten mit dem Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft begonnen. Das habe zu einer enormen Arbeitslosigkeit geführt. Davon hätten sich viele nicht erholt und verdienten inzwischen deutlich weniger als vorher. Hinzu kämen große Lücken in der Erwerbsbiografie, die sich direkt auf die spätere Rente auswirkten. Ziel müsse daher eine Zunahme der Lebensarbeitszeit sein, ergänzt um die Pflicht, privat für das Alter vorzusorgen. Das setze, so das DIW, allerdings bessere Anreize zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung voraus.

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