Westerwelle befürchtet Spaltung der Gesellschaft

Westerwelle befürchtet Spaltung der Gesellschaft

Politiker müssen grundsätzlich damit rechnen, für ihre Aussagen oder Positionen zumindest verbal angegriffen zu werden. Guido Westerwelle scheint trotzdem eher überrascht angesichts der harschen Kritik an seinen Worten und wehrt sich. Für ihn stehe nach wie vor fest, dass es geistiger Sozialismus sei, wenn man dafür angegriffen werde, dass jemand der arbeitet, mehr haben müsse als jemand, der nicht arbeitet.

„Wer arbeitet, darf nicht mehr und mehr zum Deppen der Nation gemacht werden“, so Guido Westerwelle und nennt ein Beispiel „himmelschreiender Ungerechtigkeit“: Es könne nicht angehen, dass eine verheiratete Kellnerin mit zwei Kindern 109 Euro mehr im Portmonee hätte, würde sie sich für Hartz IV entscheiden. Der FDP-Vorsitzende warnt davor, dass die Gesellschaft gespalten werde, sollte die Mittelschicht noch weiter schrumpfen.

Für diese Sicht der Dinge wirft Verdi-Chef Frank Bsirske dem FDP-Chef vor, es gehe ihm offensichtlich um eine Gesellschaft, in der Geld regiere und nur der etwas zu melden habe, der auch etwas hat. Mit den Sozialleistungen würde die Menschenwürde garantiert, keine Gnadengabe gereicht. Wie die Fraktions-Chefin der Grünen, Renate Künast, und der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, sieht auch Bsirske in den Äußerungen Westerwelles nichts anderes als eine Beleidigung und Diffamierung von Langzeitarbeitslosen. „Diese Aussagen sind für einen Vizekanzler unangemessen“, ergänzt Michael Sommer.

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