Deutschland: 61 Prozent halten Hartz IV Regelsatz für zu niedrig

Deutschland: 61 Prozent halten Hartz IV Regelsatz für zu niedrig

61 Prozent der Deutschen halten die aktuellen Hartz-IV-Sätze für zu niedrig. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des „Stern“. Das Magazin wollte wissen, wie die Deutschen die Leistungssätze einschätzen und welche Faktoren beim Existenzminimum berücksichtigt werden müssen. Hintergrund ist die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu den Hartz-IV-Leistungen für Kinder.

Die überwiegende Mehrheit ist der Ansicht, dass die aktuellen Regelsätze nicht ausreichen und entsprechend angehoben werden müssen. Nur 30 Prozent halten sie für angemessen und vier Prozent sagen, sie seien zu hoch. Noch deutlicher fällt das Bild aus, geht es um die Leistungen, die Kindern zustehen. 73 Prozent sind der Meinung, sie müssten genauso hoch, wenn nicht sogar höher ausfallen als die eines Erwachsenen. Aktuell wird für Kinder deutlich weniger gezahlt. Bis zum sechsten Lebensjahr sind 215 Euro, später 251 Euro und ab 14 Jahren steigt der Satz auf 287 Euro pro Monat. Ein Erwachsener erhält 359 Euro Arbeitslosengeld II. Ob diese Vorgehensweise zulässig ist, wird das Bundesverfassungsgericht am Dienstag bekanntgeben. Betroffen von dem Urteil sind 1,7 Millionen Kinder unter 14 Jahren.

Punkt zwei der Umfrage war das Existenzminimum und was auf jeden Fall bei den Hartz-IV-Regelsätzen berücksichtigt werden muss. Kinder und ihre Bedürfnisse stehen dabei ganz vorne: Klassenfahrten für Schulkinder (90 Prozent), Sportausrüstung und Beiträge für Vereine (74 %), Familienbesuch in Zoo, Kino oder Museum (70 %), Fahrrad (68 %), Tageszeitung (55 %), Musikinstrument und Musikunterricht (49 %), Computer (46 %), eigenes Zimmer für jedes Kind (44 %) und eine Reise jährlich (42 Prozent).

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