Trotz Ein-Euro-Job weniger im Portmonee

Der Vorwurf, viele Hartz-IV-Empfänger würden nicht arbeiten wollen, trifft auf eine 39-jährige Arnsbergerin nicht zu. Die Hände in den Schoß zu legen, sei nicht ihr Ding, erklärte sie im Gespräch mit einer Lokalzeitung. Das Problem: Aus gesundheitlichen Gründen kann sie nicht jede Arbeit annehmen. Umso glücklicher war die Frau, einen Ein-Euro-Job beim Katzenschutzbund ergattert zu haben. Dank eines Urteils des Bundessozialgerichtes hat sie jetzt trotz Job deutlich weniger im Portmonee – arbeitet aber weiter, weil es ihr Spaß macht.

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Das Minus von immerhin 20 Euro im Monat ergibt sich daraus, dass sie ihre Busfahrkarte jetzt selbst bezahlen muss. Vorher erhielt die ALG-II-Empfängerin den Monatspreis für das Ticket von der Behörde. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Statt Lohn und Fahrkarte getrennt voneinander zu berechnen, muss nun ein Gesamtbetrag überwiesen werden. Dabei sind die Ämter an feste Schlüsselsätze gebunden – die basieren allerdings auf der Annahme, dass ein Leistungsempfänger 30 Stunden die Woche arbeitet.

Häufig passt das. Manchmal aber auch nicht. Die Arnsbergerin ist nur 20 Stunden die Woche aktiv. Berücksichtigt man die Kosten für das Umweltticket, bleiben pro Stunde Arbeit 80 Cent. Die Frau fühlt sich an „moderne Sklaverei“ erinnert. Das zuständige Amt sei mit der Situation selbst „alles andere als glücklich“, heißt es in der Lokalzeitung. Man habe an Flexibilität verloren, könne aber nichts daran ändern. Die Vorgaben kommen von „oben“. Die 39-Jährige will jetzt bei den Lebensmitteln sparen. Hoffnung auf eine Ausnahmeregelung hat sie noch – aber das ist ziemlich unwahrscheinlich.