Hartz IV: Wirtschaftsweiser schlägt Pflicht zur Arbeit vor

Pflicht zur Arbeit, mehr Hinzuverdienst, dafür weniger Regelleistung: Auf diese Formel lässt sich die Idee von Wolfgang Franz bringen. Der 65-Jährige Wirtschaftsweise will Hartz-IV-Empfänger statt mit Zuckerbrot mit der Peitsche zur Arbeit treiben. Für ihn ist eine Kürzung der Transferleistung um 30 Prozent der beste Anreiz, sich wieder auf dem geregelten Arbeitsmarkt umzusehen und um eine Festanstellung zu bemühen.

Da dem Wirtschaftsweisen durchaus bewusst ist, dass nicht jeder, der auf Hartz IV angewiesen ist, arbeiten kann bzw. sofort Arbeit findet, hat Wolfgang Franz eine Sicherungsleine in seinen Plan eingebaut. Demnach sollen Kommunen und Wohlfahrtsverbände als Arbeitgeber auftreten und zumindest dafür sorgen, dass ein Zuverdienst bis zur vollen Höhe des aktuellen Regelsatzes möglich wird. Denn statt bislang 359 Euro gäbe es nur noch 251 Euro. Dafür bleibt mehr von dem Geld, das zusätzlich verdient wird – immerhin 50 Prozent und nicht mehr nur 20 Prozent.

Hintergrund für diese Idee, so Wolfgang Franz im Interview mit Welt-Online: “Die Verkäuferin im Supermarkt finanziert diese Fürsorgeleistung über ihre Steuern mit und erwartet zu Recht, dass Empfänger dafür eine Gegenleistung erbringen.” Lange hat es nicht gedauert, bis der Vorschlag des Wirtschaftsweisen die Runde machte. Sonderlich gut kommt er in den Kommentaren nicht davon – kein Wunder. Viele fühlen sich an Zwangsarbeit erinnert.

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