Hält FDP-Politiker Hartz-IV-Empfängerinnen für Schnapsdrosseln?!

Hält FDP-Politiker Hartz-IV-Empfängerinnen für Schnapsdrosseln?!

Dass die Debatte zur Übernahme der Kosten für die Antibabypille für Hartz-IV-Empfängerinnen ausarten muss, ist absolut unverständlich. Statt sich vernünftig in das Gespräch einzubringen, drosch Bremens FDP-Chef Dr. Oliver Möllenstädt – gerade mal 31 Jahre jung – typische Stammtisch-Phrasen: „Eine Erhöhung des Regelsatzes werden die Empfängerinnen eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als diesen in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren.“

Das hat gesessen und wird vermutlich deutlich größere Kreise ziehen, als dem jungen Politiker recht sein kann. Denn mit dieser Aussage hat er sich selbst disqualifiziert. Der FDP-Chef ist strikt dagegen, den Regelsatz anzuheben, damit Frauen die Antibabypille bezahlen können. Bislang ist es in Bremen so geregelt, dass Quittungen aufgehoben werden müssen und Frauen bis 20 Jahren das Geld vom Amt erstattet bekommen. Für Dr. Oliver Möllenstedt ist die Idee von Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) offensichtlich ein Unding. „Das Land Bremen wendet jährlich fast eine halbe Millionen Euro dafür auf, Schwangerschaftsabbrüche für Bedürftige zu zahlen. Man sollte den Frauen lieber die Pille aushändigen, als dafür die Zahlungen pauschal zu erhöhen.“

„Menschenverachtend“ und „frauenfeindlich“ – das fällt der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Karin Garling, zu diesen Worten ein. Herr Möllenstedt habe den Respekt vor den Menschen verloren und müsse sich sofort entschuldigen. Die 24-jährige Susanne Jahr, Mutter eine 5-jährigen Sohnes und selbst Hartz-IV-Empfängerin, ist angesichts solcher Aussagen entsetzt und hält dem Jungspund in der Bild-Zeitung vor: „Herr Möllenstädt hat keine Ahnung, wie es sich mit Hartz IV lebt.“

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